Manor
Geheimniskrämerei um die Preise
Offensichtlich mit System unterlässt es Manor, gewisse Preise zu deklarieren. Das Warenhaus spricht von einem Versehen.
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Auf einem weissen Tisch in der Zürcher Manor-Filiale Letzipark verspricht eine ganze Batterie von rosa Kunststoffflaschen einen dellenfreien Po und straffe Schenkel, ein Korb mit Sonnenmilch-Sets lässt Ferienstimmung aufkommen. Die Aussichten auf knackige Rundungen und Sommerbräune werden allerdings getrübt, sobald sich die Kundschaft nicht nur für die Werbeversprechen, sondern auch für den Preis der Ware interessiert: Der steht nämlich weder auf einem Schild noch am Gestell, geschweige denn auf den Produkten angeschrieben. Bleibt nur der Gang zur Kasse, wo der Barcode-Leser für Aufklärung und mitunter auch für eine teure Überraschung sorgt.
Der Rundgang durch die Manor-Parfümerieabteilungen im Letzipark und an der Zürcher Bahnhofstrasse lässt System erkennen: Ein oberflächlicher Augenschein ergibt rund 20 nicht ausgeschilderte Produkte. Auf die fehlenden Preisangaben angesprochen, nennen Verkäuferinnen vor Ort unterschiedliche Gründe: Von falsch gelieferten Schildern spricht die eine, aus Dekorationsgründen dürfe nicht ausgeschildert werden, sagt eine andere; und eine dritte meint, bei «Ausstellungen» dieser Art sei eine Preisanschrift gar nicht nötig.
«Dies ist eindeutig ein Verstoss gegen die Preisbekanntgabeverordnung», stellt Thomas Meier von der Stiftung für Konsumentenschutz klar. Die Verantwortlichen im Manor-Hauptsitz wollen davon nichts wissen: «Falls Sie tatsächlich Produkte ohne Preis gefunden haben, war das ein Versehen und keine Absicht.»
© Beobachter Ausgabe 7 vom 30. Mär 2006 - Alle Rechte vorbehalten







