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Nati-Shirts

Puma zeigt die Zähne

Text:
  • Marina Omaljev
Bild:
  • www.pumafootball.com/
Ausgabe:
9/08

Sportgeschäfte, die ihren Kunden das Trikot der Schweizer Nationalmannschaft anbieten wollen, werden von Puma mächtig zur Kasse gebeten. Wer nicht spurt, geht leer aus.

(Bild: www.pumafootball.com/  www.pumafootball.com/)

Besitzer kleiner Sportläden klagen über die Geschäftspolitik des Grosskonzerns Puma. Der Sportartikelhersteller verkauft als Einziger die originalen EM-Trikots der Schweizer Nationalmannschaft. Und dieser Monopolstatus wird im Vorfeld der Euro 08 rigoros ausgenutzt: Jeder Sportladenbetreiber muss zusätzlich zu seiner Jahresbestellung eine gewisse Anzahl Fussballschuhe bei Puma einkaufen - sonst gibts keine Trikots.

Insbesondere für kleine Sportartikelhändler kann es dadurch zu finanziellen Engpässen kommen. «Im August 07 habe ich Nationaltrikots im Wert von 16'000 Franken bestellt. Um diese überhaupt geliefert zu bekommen, musste ich ausserdem 120 Paar Fussballschuhe einkaufen. Wie ich all diese wieder verkaufen soll, ist mir ein Rätsel», beklagt sich Herbert Meier (Name geändert), Inhaber eines Sportgeschäfts im Kanton Zürich.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Markus Iten von Iten Sport in Wetzikon ZH gemacht: «Eine Jahresbestellung bei Puma beträgt bei mir normalerweise 15'000 Franken. Doch wegen der Trikot-Konditionen war ich bei der letzten Bestellung gezwungen, für rund 28'000 Franken einzukaufen.»

«Puma kann uns damit erpressen»

Den Sportgeschäften bleibt dabei fast keine Wahl: Wie viel die Händler abnehmen müssen, ist vertraglich nicht geregelt, und die Nachfrage nach Originaltrikots ist wegen der bevorstehenden EM gross. «Puma nutzt diese Situation bewusst aus und kann uns Händler damit erpressen», sagt Meier.

Anders beurteilt es René Hitz, Verkaufsleiter von Puma Schweiz. Mit diesem Verkaufskonzept werde eine nachhaltige Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern angestrebt. «Treue Kunden sollen dadurch belohnt werden und nicht diejenigen, die während der EM nur kurzfristig profitieren wollen.»

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