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SAW AG

Pannen im Zahlungsverkehr

Text:
  • Bernhard Raos
Ausgabe:
7/04

Eine thurgauische Firma stellt sozialen Institutionen Autos kostenlos zur Verfügung. Um diese zu finanzieren, werden sie mit Werbung versehen. Leider geht die Rechnung nicht auf: Für den Unterhalt der Wagen fehlt es an Geld.

Die Geschäftsidee der SAW AG mit Sitz im thurgauischen Horn ist bestechend: Die Marketingfirma stellt sozialen Institutionen und Sportvereinen mehrere Dutzend Fahrzeuge gratis zur Verfügung. Im Gegenzug beklebt die SAW die gesponserten Vehikel mit den Logos von Unternehmen aus der Region und kassiert die Werbeeinnahmen. Bei geschätzten Bruttoerträgen von 40000 Franken und mehr pro Jahr und Fahrzeug kommt bei diesem Geschäft auch die SAW auf ihre Kosten.

Aussenstände von gegen eine halbe Million Franken


Eitel Sonnenschein, könnte man meinen. Doch so sehr sich Institutionen wie die Spitex Zürich, das Discherheim in Solothurn oder der Fussballverein Vaduz über die Gratisautos freuen, so sehr nervt sie die schleppende Bezahlung von Versicherungsprämien und Garagenkosten durch die Marketingfirma. «Die Mahnungen landen dann regelmässig bei uns», ärgert sich Daniel Held, Leiter im Discherheim. Offenbar besser behandelt werden grössere Partner wie die Invaliden-Vereinigung beider Basel (IVB), zurzeit mit sechs Sponsorenautos unterwegs. Nach einer Intervention wegen schlechter Zahlungsmoral gebe es momentan keine Probleme, heisst es bei der IVB.

Jacques Engeli, Verwaltungsratspräsident der SAW, gelobt Besserung: Man habe frisches Kapital zugeführt und offene Rechnungen bezahlt. Leider würden einige Werbekunden zu spät oder gar nicht zahlen. Die Aussenstände belaufen sich laut der SAW auf gegen eine halbe Million Franken. Ungereimtheiten bei zumindest einer Fahrzeuganmeldung – ein SAW-Kleinbus wurde fälschlicherweise als Personenwagen registriert – bezeichnet Engeli als «Versehen der verantwortlichen Garage». Man habe die Verträge überprüft, alles sei korrekt.

Engelis Firma wurde einer grösseren Öffentlichkeit bekannt, nachdem man das Personal grösstenteils von der Radibus GmbH (siehe Artikel zum Thema «Sponsoring: Schnelle Kasse mit fehlenden Bussen») übernommen hatte. Radibus hatte mit einem ähnlichen Geschäftsmodell Schiffbruch erlitten.

© Beobachter Ausgabe 7 vom 01. Apr 2004 - Alle Rechte vorbehalten

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