Serviceabo: Im Netz der Cablecom

Text:
  • Maja Bosshart
Ausgabe:
18/03

Die Kabelnetzbetreiberin kennt kein Pardon, wenn Kunden einen unverlangten Service nicht bezahlen.

Verpassen Sie nicht den Anschluss.» Mit diesem Slogan

will die Cablecom ihren Kunden das «Service Plus»-Abonnement

schmackhaft machen: So seien Wartung und Modernisierung des

Netzanschlusses garantiert.

Doch ausgerechnet mit diesem Zusatzservice hat die Kabelnetzbetreiberin

den Draht zu einigen Kunden verloren: Seit Januar stellt sie

nämlich «Service Plus» mit 24 Franken automatisch

in Rechnung, nachdem eine Gebührenerhöhung fürs

Kabelabo am Veto des Preisüberwachers scheiterte. Wer

gegen den unverlangten Service protestierte, erhielt eine

neue Rechnung. Nicht so Rainer Burgener aus Gossau. Er hatte

den Betrag für «Service Plus» eigenhändig

von der Rechnung abgezogen – prompt erhielt er Mahnungen

und eine Betreibungsandrohung.

Die Cablecom rechtfertigt das Vorgehen mit Problemen im

Verarbeitungssystem: Wegen der «manuellen Abzüge»

seien rund 30 Kunden «nicht erfasst und als Folge davon

gemahnt und betrieben» worden, so Cablecom-Sprecher

Stephan Howeg.

Nach der Intervention des Beobachters wurde die Betreibungsdrohung

gegen Burgener zurückgezogen. Für ihn bleibt dennoch

ein schaler Nachgeschmack: Burgener hat Mühe mit einer

Geschäftsphilosophie, «bei der ich zusätzlich

schriftlich mitteilen muss, dass ich den unbestellten Service

nicht will».

© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten

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