Spenden
Macht Patenschaft Sinn?
Vor kurzem fand ich in meiner Post einen Werbeprospekt für eine Kinderpatenschaft. Mit 40 Franken im Monat könnte ich ein kleines Kind in Afrika unterstützen und ihm so unmittelbar helfen. Ist das sinnvoll? Clara T.
Wer sich für eine Kinderpatenschaft interessiert, glaubt oft, besonders wirksam zu spenden, da die Hilfe dem Kind direkt und unbürokratisch zugute komme. Angenehm ist auch die Idee, dass die Spende nicht in einen anonymen Topf fliesst, sondern persönlich Wirkung entfaltet. Doch Fachleute wissen: Keine andere Art zu spenden ist administrativ so aufwändig wie eine Einzelpatenschaft. Den Kontakt zwischen Patin und Kind sicherzustellen bedeutet einen riesigen Aufwand. Und es gibt weitere Kritikpunkte: Einzelhilfe in Ländern der Dritten Welt bewirkt keine nachhaltige Entwicklung. Hilfe an Einzelne verursacht zudem Ungleichheiten in den Familien und Gemeinschaften und kann so das soziale Gleichgewicht stören. Die Zewo, die Fachstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen, rät deshalb von Einzelpatenschaften ab.
© Beobachter Ausgabe 17 vom 19. Aug 2004 - Alle Rechte vorbehalten







