Tierschutz
Schlechte Noten von der EU
Die EU-Veterinärbehörden kritisieren die hiesige Fleischproduktion: Kantonsveterinäre seien oft nicht unabhängig und zudem mangle es an Gesundheitskontrollen sowie Sicherheitsvorkehrungen.

(Bild: Peter Mosimann)
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Um Helvetiens Kühe, Kälber und Konsorten steht es nicht nur zum Besten - das hat die Stichprobe eines Inspektorenteams der EU-Veterinärbehörden in Schweizer Schlachthöfen, grossen Landwirtschaftsbetrieben, bei Tierhändlern und auf Viehmärkten aufgedeckt. Anlass für die Untersuchung waren die bilateralen Verträge, die der Schweiz und den EU-Staaten besseren gegenseitigen Zugang zu landwirtschaftlichen Produkten ermöglichen sollen.
In ihrem Bericht bemängeln die EU-Inspektoren insbesondere die Organisation der Kantonsveterinäre: Da viele dieses Amt neben der normalen Tätigkeit als lokal verankerter Tierarzt ausübten, liessen sich negative Auswirkungen auf ihre Unabhängigkeit und ihre Professionalität nicht ausschliessen. In einem der Schlachthöfe sitze der Kantonsveterinär sogar zugleich im Management.
Auch bei der Identifikation von Schlachttieren machten die Inspektoren Mängel aus: Oft ungenügend seien Gesundheitskontrollen und Sicherheitsvorkehrungen insbesondere auf Tiermärkten, in Sammelstellen und bei Tierhändlern. Das Bundesamt für Veterinärwesen gelobt angesichts der Schelte aus dem Ausland Besserung. Darüber dürften nicht nur die Konsumenten, sondern gerade auch die Tiere erfreut sein.
© Beobachter Ausgabe 9 vom 26. Apr 2006 - Alle Rechte vorbehalten







