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Überaus unsportlich
Der Tabakmulti Davidoff setzt an den Swiss Indoors Kinder als Werbeträger ein – Ärzte fordern ein sofortiges Verbot.

Am Tennisturnier Swiss Indoors in Basel müssen die Balljungen und Ballmädchen als Werbesäule für den Hauptsponsor Davidoff herhalten. Die Firma sponsert das Turnier jährlich mit mehreren Millionen Franken. Die Minderjährigen tragen Leibchen mit dem Schriftzug der Zigaretten- und Zigarrenlinie.
Damit werben sie für die Basler Firma, die im Jahr 2002 rund die Hälfte des Gesamtumsatzes von 2,6 Milliarden Franken mit Glimmstängeln erzielte. Während seit letzter Woche der Basler Grosse Rat den Verkauf von Zigaretten an unter 18-Jährige verbieten will, tragen an den Swiss Indoors 65 Balljungen – viele gerade mal zehn Jahre alt – Davidoff-Leibchen.
Präventivmediziner verurteilen das. «Ein Giftmittel wird mit Sport in Verbindung gebracht. Und dies mit Hilfe von Kindern, die ihren Stars nacheifern», so Lungenspezialist Karl Klingler von der Zürcher Hirslanden-Klinik, der täglich krebskranke Raucher behandelt. Jürg Hurter von der Nichtraucher-Organisation Pro Aere sieht darin ein gezieltes Vorgehen der Tabakindustrie: «Die Zigarette gewinnt an Prestige, die Normalität des Rauchens wird subtil gefördert.»
Beide fordern ein sofortiges Verbot der Leibchenwerbung. Das Gesetz verbietet Tabakwerbung, die sich an unter 18-Jährige richtet und sie zum Rauchen animiert. Ebenso verboten ist die kostenlose Abgabe von Werbe-T-Shirts. Genau dies wird an den Swiss Indoors aber getan: Die Kids dürfen ihr Werbetenü selbstverständlich mit nach Hause nehmen.
© Beobachter Ausgabe 22 vom 28. Okt 2004 - Alle Rechte vorbehalten
