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Winterferien: Schnell auf die Piste

Text:
  • Eric Send
Ausgabe:
1/02

Skiferien Monate im Voraus zu buchen ist Schnee von gestern. Die Tourismusbranche hat den Trend erkannt und bietet mehr Last-Minute-Schnäppchen an.

«Sorry, wir sind komplett ausgebucht.» Wer in der Winterhochsaison spontan in die Berge fahren will, kennt diese Antwort. Doch immer mehr Wintersportler entscheiden sich kurzfristig für einen Aufenthalt in der Höhe. Aber wie findet man in der Hochsaison freie Zimmer, ohne sich das Ohr wund zu telefonieren?

Die Schweizer Tourismusbranche hat den Trend zur späten Buchung erkannt. Im Auftrag von Schweiz Tourismus vermittelt zum Beispiel die SDM AG landesweit Hotelzimmer. Darunter auch Last-Minute-Angebote, wie man sie von Flugreisen kennt: Wer sich schnell entscheidet, erhält Rabatt. Für Konsumenten ist dieser Service gratis, die Hotels bezahlen eine Vermittlungspauschale. Gebucht werden kann übers Internet, aber auch per Telefon.

Ein weiteres Last-Minute-Angebot von Schweiz Tourismus heisst «SkiFree»: Wer ausserhalb der Hauptsaison und unter der Woche bucht (gilt nur via Internet), erhält als Belohnung einen Dreitages- oder einen Sechstagesskipass. Auch der Schweizer Hotelier-Verein vermittelt über das Internet rund 1000 Hotels. Doch Vorsicht: Ein Mausklick, der die Reservation auslöst, gilt als verbindlich.

Längst nicht alle freien Zimmer sind bei Schweiz Tourismus oder dem Hotelier-Verein registriert. Die so genannte Parahotellerie, also Restaurants mit Zimmern oder private Unterkünfte, verfügt über mindestens ebenso viele Betten wie die Hotels; hier wissen lokale Tourismusverbände oder örtliche Verkehrsvereine weiter. Da dies aber enorm viele kleine Verbände sind, sollte man sich zuerst für den Ort entscheiden und dann den lokalen Verkehrsverein über einen der Dachverbände ausfindig machen.

Nicht nur Hotelzimmer können «last minute» gebucht werden – auch bei Ferienwohnungen zeichnet sich dieser Trend ab. Der Grossanbieter Interhome ist von der Samstag-bis-Samstag-Regel abgerückt und vermittelt seine Ferienwohnungen mittlerweile auch für ein Wochenende – in der Hochsaison im Februar allerdings nur beschränkt. Weitere 1300 Ferienwohnungen hat übrigens auch die Schweizer Reisekasse (Reka) im Angebot.

Wer auf der Suche nach Hotelzimmern oder Ferienwohnungen kein Glück hat, kann es auch in einer Jugendherberge versuchen. Zweierzimmer gibt es mittlerweile fast in jeder Herberge, und auch Lichterlöschen um 22 Uhr ist längst passé. Die kürzlich eröffnete Jugendherberge in Davos GR etwa entspricht dem Standard eines Dreisternehotels.

Wer wenig Ansprüche stellt, sollte sich in den Hotels unbedingt nach Massenlagern oder «Touristenzimmern» erkundigen. Oft finden sich auch im weniger bekannten Nachbardorf einer Skiregion noch freie Unterkünfte.

Am meisten Chancen haben jedoch jene, die in der Hochsaison nicht gerade eines der Top-Skigebiete auswählen. In solchen Gebieten sind auch in der Hauptsaison noch eher freie Zimmer zu finden. Oder man bucht unter der Woche: Viele Hoteliers sind froh, wenn sie ihre Zimmer zwischen Montag und Freitag vermieten können – und dies erst noch zu Vorzugspreisen. Nachfragen lohnt sich.

© Beobachter Ausgabe 1 vom 11. Jan 2002 - Alle Rechte vorbehalten

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