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Winterpneus

Sprechen Sie Gummi?

Text:
  • Markus Koch
Bild:
  • Agentur Gettyimages
Ausgabe:
22/05

Die Flanken eines Autoreifens verraten mehr über ihn als das Profil. Wer die Beschriftung entziffern kann, fährt sicher. Das Wichtigste in Kürze.

Ob Sommer oder Winter: Das Wichtigste an einem Autopneu ist die Lauffläche. Sie sollte gleichmässig abgenutzt sein und mindestens eine Profiltiefe von 2 bis 2,5 Millimetern bei Sommer- und 4 Millimetern bei Winter- oder Ganzjahresreifen aufweisen. Doch ratsam ist auch ein Blick auf die Flanken, wo sich in unscheinbarer Reliefschrift nebst Hersteller- und Modellname rätselhafte Zahlen- und Buchstabenkombinationen erheben. Zum Beispiel: 185/80 R13 75Q M+S TL E4 026114 3201–1.

Die erste Information beschreibt die Reifenbreite, hier 185 Millimeter, und 80 – gemeint sind Prozent – steht für das Verhältnis von Reifenwandhöhe zu dieser Breite. R bezeichnet die radiale Bauform des Pneus, der 13 Zoll (à 2,54 Zentimeter) Felgendurchmesser hat.

Die nächste Zifferngruppe codiert die so genannte Tragfähigkeitszahl und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. 75 bedeutet eine erlaubte Last von 387 Kilogramm pro Pneu (weitere Codes: 60 = 250 Kilo, 70 = 335 Kilo, 80 = 450 Kilo), und das Q umschreibt ein sicheres Maximaltempo von 160 Kilometern pro Stunde (weitere Codes: N = 140 km/h, S = 180 km/h, H = 210 km/h). Den Fahrzeugpapieren oder der Betriebsanleitung kann entnommen werden, welche Reifentypen für das Fahrzeug erforderlich beziehungsweise zugelassen sind.

Fehleinkäufe vermeiden


Winter- und Ganzjahresreifen sind zudem mit einem grossen M+S für Matsch und Schnee gekennzeichnet. Ferner steht TL für die heute üblichen schlauchlosen Pneus, und Bezeichnungen wie Rotation oder Direction stehen für eine allfällig vom Hersteller vorgegebene Laufrichtung. Heute verkaufte Neureifen tragen zudem das E-Prüfzeichen, das die Einhaltung der europäischen Normen garantiert.

Die anschliessende Zahlenreihe, die so genannte DOT-Nummer, enthält den Reifentypcode und am Schluss die Angabe des Reifenalters: entweder als vierstellige Nummer (zum Beispiel 3201) oder dreistellig mit Pfeil (etwa 468<). In beiden Fällen bezeichnen die ersten zwei Zahlen die Kalenderwoche und die letzten zwei Stellen das Jahr, in dem der Pneu hergestellt wurde. 01 meint das Jahr 2001, während der Pfeil auf die neunte Dekade des letzten Jahrhunderts hinweist – genau auf das Jahr 1998. Fehlt dieser Pfeil, ist der Pneu ein Oldie aus den Achtzigern.

Wer die Kennzeichnung auf Autoreifen entschlüsseln kann, schützt sich nicht nur vor einem Fehlkauf – er hilft auch, Unfälle zu verhüten: Pneus, die älter sind als acht bis zehn Jahre, bedeuten ein Sicherheitsrisiko.

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© Beobachter Ausgabe 22 vom 27. Okt 2005 - Alle Rechte vorbehalten

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