Zwei Stuntmen über Risiken

Bei einer nichtberuflichen Schlägerei hat Peter Neufelds Nase was abgekriegt: Darum kann man ihn heute von seinem Zwillingsbruder Ronald unterscheiden. Beide sind Autofreaks: In ihrer Garage findet sich vom Ami-Polizeiwagen bis zum Schweizer Leichenwagen fast alles. Ihre Sammlerleidenschaft führte die Brüder direkt zur Nebenbeschäftigung als Stuntmen. «Da kam mal ein Stuntman mit unserem Polizeiwagen einfach nicht zurecht. Wir sind eingesprungen.» Seither lassen sie in Tiefgaragen die Reifen kreischen, liefern sich Verfolgungsjagden und überschlagen sich auch mal mit dem Wagen. Angst kennen die beiden nicht «ausser vor meiner Frau». Und sie sind sich sicher, dass immer alles gut geht. «Mit dem Bruder ist das sowieso kein Problem. Dessen Reaktionen kennt man ja da ists todsicher.» Nur einmal hätte der eine den andern beinahe totgefahren. «Peter sass im Wagen bei einer Verfolgungsjagd. Er sollte das Handwägelchen touchieren, das ich schob. Dann gab der Regisseur neue Anweisungen, von denen ich nichts wusste. Peters Auto touchierte mich ich flog fort und hatte arge Prellungen.» Zur Sicherheit tragen die beiden, wenn immer möglich, einen Feuer hemmenden Overall unter den Kleidern und einen Helm. Den Kick bei gefährlichen Aktionen geniessen sie. «Das gibt Befriedigung. Ausserdem wollen wir besser sein als andere Stuntmen.»
© Beobachter Ausgabe 9 vom 27. Apr 2001 - Alle Rechte vorbehalten







