Fensterputzer
Unsaubere Geschäfte
Das Angebot auf dem Flyer schien verlockend: Die Reinigung von «zehn normalen Wohnungsfenstern von innen und aussen inklusive Rahmen, Material- und Fahrkosten für 190 Franken».
Margrit Ulrich aus Hombrechtikon rief also die Firma «Swiss Fensterreinigung» in Dübendorf ZH an und vereinbarte einen Termin für eine Offerte. Doch statt eines Firmenvertreters kam gleich eine komplette Putzmannschaft mitsamt Equipment angerückt. Vom Discountpreis wollte die Truppe nichts wissen: Sie verlangte 500 Franken für fünf Fenster.
Auf dieses Angebot wollte Ulrich nicht eingehen. Sie rief umgehend den Geschäftsführer von «Swiss Fensterreinigung», Lulzim Polozani, an. Unterdessen hätten die Putzleute jedoch zu arbeiten begonnen, erzählt Ulrich, und dafür schliesslich 100 Franken verlangt. «Sie drohten, sie würden mich vor Gericht zerren, wenn ich nicht bezahle.» Eingeschüchtert zahlte sie. Beim Beratungszentrum des Beobachters ist «Swiss Fensterreinigung» einschlägig bekannt. Weitere Betroffene berichteten von derselben Masche.
Sich nicht einschüchtern lassen
Geschäftsführer Polozani lässt ausrichten, seine Geschäftspolitik gebe «in der Regel keinerlei Anlass zu Beanstandungen». Die teure Offerte für Ulrichs Fenster erklärt er damit, dass es sich dabei «eben nicht um normale Fenster, sondern um solche mit mehreren Elementen (Scheiben)» gehandelt habe. Was auch immer damit gemeint sein soll, eines ist auch dem Geschäftsführer klar: Ein Gang vor den Richter wäre für ihn «völlig sinnlos» gewesen. Denn wer eine Offerte ablehnt, geht auch keinen Vertrag ein. Dabei muss sich niemand unter Druck setzen lassen, auch wenn noch so viele Putzleute vor der Tür stehen.
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© Beobachter Ausgabe 11 vom 27. Mai 2009 - Alle Rechte vorbehalten

