Sponsoring

Vermitteln für guten Zweck – zu stolzen Preisen

Text:
  • Markus Föhn
Ausgabe:
5/09

Braucht eine Schule ­ei­nen Bus, stellt ihr die Firma PMS für fünf Jahre gratis einen zur Ver­fügung – und ­verkauft lokalen Firmen dafür Werbeflächen auf dem Wagen.

Es ist eine jener Ideen, bei der alle Beteiligten profi­tieren. Könn­te man meinen. Es mehren sich aber Stimmen, die der PMS Abzockerei vorwerfen.

«Die Sponsoren muss­­ten für ihre Werbung auf unserem Bus über­rissene Preise zahlen», sagt René Niederberger, Präsident des Ski­klubs Dallenwil NW. Ein Unternehmer, den die PMS für einen Beitrag zum Bus der Rudolf-Steiner-Schule Solothurn anfrag­te, sagt: «Diese Firma lockt unter einem sozialen Mäntelchen ­Spon­soren an und sahnt dann ab.» Der Sprachheilschule Münchenbuchsee BE gehen diese Vorwürfe zwar zu weit, aber auch Schulleiter Christian Trepp sagt: «Die Sponsoringpreise sorg­ten im lokalen Gewerbe für Unmut.»

Die Preise sind stattlich: Die teuerste Fläche, die Motorhaube eines Ford Torneo, kostet jährlich 2300 Franken – fast so viel wie ein sieben Meter langer Wer­bestreifen auf einem Bus der Verkehrsbetriebe Zürich.

Verkauft die PMS alle Werbeflächen des Wagens, nimmt sie pro Jahr über 40'000 Franken ein. Weil die Verträge fünf Jahre laufen, kassiert die PMS also über 200'000 Franken – für ein Auto, das 30'000 Franken kostet.

PMS-Geschäftsführer Beat ­Jä­ger verteidigt die Preise: «Wir brau­chen pro Fahrzeug einen Umsatz von 60'000 Franken, um nicht defizitär zu arbeiten.» Es sei illusorisch zu glauben, alle Flächen würden verkauft. «Von 25 Werbeflächen verkaufen wir im Schnitt zwölf», sagt er. «Von Abzockerei kann nicht die Rede sein.» Vielleicht aber von einer Idee, bei der alle profitieren – und die PMS noch etwas mehr als die anderen.

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© Beobachter Ausgabe 5 vom 04. Mär 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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