• Anzeige:

  • Anzeige:

Internet

Im Web einkaufen? Ja, aber…

Text:
  • Udo Theiss
Bild:
  • Thinkstock Kollektion
Ausgabe:
23/11

Viele trauen dem Shopping im 
Internet noch immer nicht ganz. Doch wer einige Regeln beherzigt, braucht sich nicht vor Betrügern zu fürchten.

Der klassische Einkauf im Laden mit Ware gegen Bargeld ist noch immer der Normalfall. Und doch: So mancher Samm­ler oder Schnäppchenjäger über 40 ärgert sich, wenn sein Sohn die gleiche seltene Sex-Pistols-Schwarzpressung im Internet für ein paar Franken erstanden hat, für die Papi auf dem Flohmarkt in Neapel damals 70 Euro zahlte. Trotzdem klappert Papi weiterhin die Flohmärkte ab. Weil er dem Internet nicht traut.

Alarmierende Medienberichte über Online-Betrüger verunsichern – verständ­licherweise. Schliesslich muss man, wenn man im Internet mit Kreditkarte bezahlt, einen grossen Teil seiner privaten Daten preisgeben, vom Sicherungscode bis zu Adresse, E-Mail und Telefonnummer.

Die Tricks der Online-Gauner

Durch sogenanntes Phishing etwa versuchen Kriminelle, an Kontodaten von Online-Kunden zu kommen und deren Geld abzuräumen. Meist erhalten Kunden gefälschte E-Mails oder werden auf offiziell aussehende nachgeahmte Websites gelockt. Dann werden sie aufgefordert, ihre Daten und Passwörter anzugeben, oder die Gauner fangen diese durch eine Schadsoftware unmerklich ab.

Anzeige:

Ein anderes Risiko sind sogenannte 
Escrow-Dienste: Das sind Zahlungsvermittler, zum Beispiel zwischen Anbietern und Kunden. Eigentlich ist die Aufgabe dieser Dienste, Betrug – etwa Phishing – zu verhindern. Seriöse Escrow-Firmen halten treuhänderisch die Zahlung zurück, bis der Kunde die online bestellte Ware auch wirklich bekommen hat. Betrügerische Escrows stecken das Geld in die eigene Tasche.

Allerdings ist die überwältigende Mehrheit der Online-Anbieter völlig korrekt – genau wie im herkömmlichen, analogen Geschäftsleben. Und Halunken gibt es auch im analogen Verkauf.

Immerhin kann man sich bei Käufen im Internet wirksam absichern. Zuerst gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen. Lesen Sie im Folgenden, was dabei hilft.

Hier sollten sämtliche Alarmglocken läuten

 
Absolute Tiefstpreise

Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meist auch nicht wahr. Gutgläubigkeit ist laut der Schweizerischen Kriminalprävention (siehe «Nützliche Infos im Internet») mit Abstand der häufigste Grund, warum Leute Opfer von Betrügern werden.

Strohmänner bei Auktionen
Wenn bei Online-Versteigerungen immer wieder die gleichen Bieter auftreten, ist Vorsicht geboten. Das könnte ein Trick sein, um durch Scheinkäufer die Preise hochzutreiben.

Externe Treuhänder/Transferservices
Wenn der Verkäufer einen externen Treuhandservice, Western Union oder einen anderen Geldtransferservice vorschiebt oder nur per Nachnahme liefern will, ist das verdächtig. Tätigen Sie nie Zahlungen via Geldtransferservice.

Escrow-Dienste
Nutzen Sie die Dienste von Escrow-Zahlungstreuhändern nur, wenns nicht anders geht. Stellen Sie fest, ob es eine real existierende Adresse und Telefonnummer gibt. Wechseln Sie den Anbieter, falls bei Anruf bloss ein Beantworter abläuft.

So läuft alles sicher ab

 
Traditionelle Zahlungsmethoden
Wählen Sie die Zahlung per Rechnung: Sie ist meistens auch bei Online-Geschäften möglich. Zumindest im Inland.

Oder wählen Sie die Zahlung per Einzugsermächtigung (Lastschriftverfahren): Sie hat für Stammkunden den Vorteil, dass sie nicht ständig Überweisungsaufträge ausfüllen müssen. Zur Sicherheit kann der Kunde innert sechs Wochen das Geld ohne Angabe von Gründen zurückbuchen.

Neue elektronische Zahlungsmittel
Mit einem Paypal-Konto können Sie weltweit via Internet Geld senden und empfangen, ohne Konto- oder Kreditkartendaten preiszugeben. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Paypal verrechnet lediglich geringe Gebühren für den Zahlungserhalt.

Clickandbuy ermöglicht sicheren Handel mit 50 internationalen Bezahlmethoden.

Die Paysafe-Card funktioniert wie ein Prepaidhandy und eignet sich vor allem für kleinere Beträge. Es gibt Paysafe-Cards im Wert von 25, 75 oder 150 Franken. Man kann sie bestellen oder an vielen Kiosken kaufen. Den PIN-Code gibt es sofort nach Bestellung oder beim Kauf zusammen mit der Karte. Beim Internetkauf müssen Sie keinerlei persönliche Daten oder Bank­verbindungen angeben.

Cash-Ticket
Das Cash-Ticket funktioniert ähnlich wie die Paysafe-Card – doch hier kann man Tickets bis zum Wert von 200 Franken kaufen.

 

Weitere Infos

© Beobachter Ausgabe 23 vom 10. Nov 2011 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh