LED-Beleuchtung Das Schlupfwinkellicht

Die kleinen LEDs sind mehr als blosse Lichtquellen. Als eigenständige Gestaltungselemente eingebaut, bringen sie Räume zur Geltung.

Die Leuchtdioden sind im Wohnzimmer angekommen. Dort leuchten sie aus dem Versteck oder setzen Gegenstände in Szene.

In Wohnungen wurden LED-Leuchtmittel bisher vor allem als Ersatzprodukte für bestehende Leuchten eingesetzt. Das scheint sich zu ändern. «Bei Neubauten setzen wir ­heute in 90 Prozent der Fälle ganz auf LED, auch im Wohnbereich», sagt Patrick Oklé, Lichtberater und Mitinhaber der Lextho GmbH. Vor fünf Jahren seien es erst rund 15 Prozent ­gewesen. Gründe für die Entwicklung sieht Oklé darin, dass Bauherren die vielfältigen ­Gestaltungsmöglichkeiten mit LED-Elementen entdeckt haben und dass das Vertrauen der Anwender und Architekten in das Produkt wächst.

Wird die LED-Beleuchtung als Gesamtkonzept eingesetzt, orientiert sie sich meist stark an der Architektur eines Gebäudes. Mit linearem Licht werden Nischen, Handläufe oder Treppenstufen hervorgehoben. Wände oder Decken werden so ausgeleuchtet, dass sie indirekt den ganzen Raum in ein angenehmes Licht tauchen. Und akzentuiert eingesetzte LED-Spots oder Lichtplatten, Panels genannt, sorgen für Abwechslung, indem sie ausgewählte Elemente hervorheben oder ein spannendes Licht-Schatten-Spiel erzeugen. Daneben fungieren ein­zelne Leuchten auch als Dekoelemente.

Ein solches Lichtkonzept im Wohnzimmer eines Neubaus gibt es ab 2000 Franken. Im Vergleich dazu kommt eine herkömmliche, ebenfalls durch den Lichtprofi gestaltete Beleuchtung auf rund 1800 Franken zu stehen, wobei mit dieser Lösung die Lebensdauer der Leuchtmittel viel kürzer ist.

Die Leuchtkörper werden verschwinden

Wer weniger Geld investieren möchte, kann auch mit einzelnen Leuchten arbeiten. Man kann LEDs als normale Leuchtkörper verwenden oder sie dekorativ einsetzen und Möbel oder einzelne Wände hervorheben. «Für die ­optimale Lichtqualität und die versprochene Lebensdauer sollte man jedoch nicht nur die Lichtquelle ersetzen, sondern gleich einen ­neuen Beleuchtungskörper wählen, der auf LED ausgerichtet ist», empfiehlt Lichtberater Oklé. Dies ergebe auch preislich Sinn. Denn zusammen mit dem Beleuchtungskörper seien LED-Produkte inzwischen im gleichen Preissegment angeordnet wie herkömmliche Lichtquellen.

Den Möglichkeiten – aber auch den Kosten – sind fast keine Grenzen gesetzt. Bei der Luxusvariante können mittels moderner Steuerungen ganze Lichtszenen mit wechselnden Farben programmiert werden. Die Zukunft sieht Oklé aber eher in der schlichten Beleuchtung, bei der der Beleuchtungskörper in Wand- oder Decken­einlassungen verbaut wird. Und er rechnet 
mit noch wirtschaftlicheren LED-Leuchtmitteln, denn die Unternehmen sind mit Hochdruck am Forschen und Entwickeln.

Autor:
  • Thomas Bürgisser
Bild:
  • Ledworks Cooperation
20. September 2013, Beobachter 19/2013