Beschwerde-Business
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- 10/10
Wer in Rechtsfragen ein Problem hat, lässt sich mit Vorteil beraten. Seit kurzem gibt es die «Schweizerische Beschwerdestelle» (SBS), die sich vollmundig als «grösste Konsumentenschutzorganisation der Schweiz» bezeichnet. Die mit Rechtschreibfehlern gespickte Webseite weckt aber Zweifel an der Seriosität.
Ratsuchende sollen eine 0900-Hotline wählen. Dauert das Gespräch, wie in Aussicht gestellt, zwölf Minuten, kostet dies 50 Franken (in der Einführungsphase 30 Franken). Dann schickt die SBS einen Einschreibebrief an die Firma oder Behörde und fordert eine Stellungnahme. Kein konkreter Rat oder der Versuch einer Einigung – viel Geld für eine bescheidene Leistung.
Wer will, kann für 249 Franken einen Dreiminutenfilm über sein Problem drehen lassen, der auf der Videoplattform Youtube gezeigt werden soll. Oder für satte 899 Franken eine «Protestversammlung vor dem Haus des Angeschuldigten» kaufen: Die SBS organisiert eine Handvoll bezahlter Demonstranten, die für «lautstarken Protest» sorgen und Flugblätter verteilen.
Zweifelhaft ist auch der Anspruch der SBS, eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation zu sein. Von den 50 Franken, die ein Anruf kosten soll, fliessen nur zehn Franken an den Mitarbeiter, der ihn entgegennimmt. Dieser muss zudem zuerst für 119 Franken SBS-Vereinsmitglied werden.
Abzüglich der Swisscom-Provision bleiben der SBS über 30 Franken pro Fall für die Sekretariatsarbeit sowie allgemeine Unkosten. Dazu zählen «Geschäftsfahrzeuge». Wozu eine rein im Internet und am Telefon präsente Firma Autos braucht, wollte SBS-Präsident Max Bopp nicht erklären.
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© Beobachter Ausgabe 10 vom 12. Mai 2010 - Alle Rechte vorbehalten
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Wer in Rechtsfragen ein Problem hat, lässt sich mit Vorteil beraten. Seit kurzem gibt es die «Schweizerische Beschwerdestelle» (SBS), die sich vollmundig als «grösste Konsumentenschutzorganisation der Schweiz» bezeichnet. Die mit Rechtschreibfehlern gespickte Webseite weckt aber Zweifel an der Seriosität.
Ratsuchende sollen eine 0900-Hotline wählen. Dauert das Gespräch, wie in Aussicht gestellt, zwölf Minuten, kostet dies 50 Franken (in der Einführungsphase 30 Franken). Dann schickt die SBS einen Einschreibebrief an die Firma oder Behörde und fordert eine Stellungnahme. Kein konkreter Rat oder der Versuch einer Einigung – viel Geld für eine bescheidene Leistung.
Wer will, kann für 249 Franken einen Dreiminutenfilm über sein Problem drehen lassen, der auf der Videoplattform Youtube gezeigt werden soll. Oder für satte 899 Franken eine «Protestversammlung vor dem Haus des Angeschuldigten» kaufen: Die SBS organisiert eine Handvoll bezahlter Demonstranten, die für «lautstarken Protest» sorgen und Flugblätter verteilen.
Vereinspflicht für Mitarbeiter
Zweifelhaft ist auch der Anspruch der SBS, eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation zu sein. Von den 50 Franken, die ein Anruf kosten soll, fliessen nur zehn Franken an den Mitarbeiter, der ihn entgegennimmt. Dieser muss zudem zuerst für 119 Franken SBS-Vereinsmitglied werden.
Abzüglich der Swisscom-Provision bleiben der SBS über 30 Franken pro Fall für die Sekretariatsarbeit sowie allgemeine Unkosten. Dazu zählen «Geschäftsfahrzeuge». Wozu eine rein im Internet und am Telefon präsente Firma Autos braucht, wollte SBS-Präsident Max Bopp nicht erklären.
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