Primacall Eine Mahnwelle noch nach Jahren

Für die Forderungen des Telekomanbieters Primacall gibt es oft keine rechtlichen Grundlagen.

Der Telekomanbieter Primacall versendet Mahnungen für angebliche Verträge aus dem Jahr 2011.

Der Telekomanbieter Primacall versendet Mahnungen für angebliche Verträge aus dem Jahr 2011. Christa Forgo aus Binningen BL erhielt im November vom Telekomanbieter Primacall eine Mahnung über CHF 72.20. Forgo wunderte sich, weil der Preselection-Anbieter ihr bereits vor dreieinhalb Jahren schriftlich bestätigt hatte: «Es bestehen keine offenen Forderungen gegen Frau Forgo.»

Als sich der Beobachter einschaltete, wurde die Angelegenheit noch rätselhafter. Denn jetzt behauptete Primacall: «Christa Forgos Forderungsstand beträgt derzeit CHF 448.80.»

Den Brief am besten ignorieren

Ähnlich erging es in den letzten Wochen weiteren Ratsuchenden, die 2011 einen Werbeanruf von Primacall erhalten hatten. Manche sagten damals am Telefon lediglich ja zur Zusendung von Unterlagen, um das Primacall-Angebot prüfen zu können, erhielten stattdessen aber einen Vertrag zugeschickt. Andere widerriefen den am Telefon geschlossenen Vertrag rechtzeitig.

Allen Fällen gemeinsam ist, dass Primacall an einem gültigen Vertrag festhält, bis heute aber den Beweis schuldig geblieben ist, dass es für ihre Forderungen eine vertragliche Grundlage gibt. Damit ist für Betroffene wie Christa Forgo klar: Sie können diese Mahnschreiben der Primacall in den Papierkorb werfen. 

Autor:
  • Esther Seydoux
Bild:
  • Thinkstock Kollektion
22. Januar 2016, Beobachter 2/2016

0 Kommentare

  • Kommentar Formular