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Telefonmarketing

Auflegen ohne schlechtes Gewissen

Text:
  • Michael Krampf
Bild:
  • Jupiterimages Stock-Kollektion
Ausgabe:
15/07

Über Mittag oder nach Feierabend: Wenn Sie freie Zeit haben, schalten Callcenter auf Hochbetrieb. Doch egal, wie ungelegen ein Telefonanruf kommt, vielen Leuten fällt es schwer, einfach nein zu sagen und aufzulegen. Das muss nicht sein.

Aufhängen ohne schlechtes Gewissen

Manche Telemarketingfirmen unterstellen sich freiwillig einem Ehrenkodex. Doch es tummeln sich auch schwarze Schafe in der Branche (siehe unten: «Unseriöse Callcenter». Und alle Telefonmarketingfirmen stehen unter Druck: Wurden früher Aufträge mit einem festen Budget und einer bestimmten Anzahl von Adressen vergeben, laufen heute die meisten Geschäfte auf Provisionsbasis. Das Callcenter verdient also - abgesehen von einem kleinen Fixbetrag - erst, wenn seine Agenten etwas verkaufen, und ist daher versucht, den Druck auf die Angestellten weiterzugeben. Nur wenige Telefonverkäufer erhalten einen fixen Stundenlohn - die meisten Honorare sind erfolgsbezogen. Das kann dazu führen, dass die Agenten «kreativ» oder sogar aggressiv werden.

 

Gut zu wissen: Das Recht steht auf der Seite des Angerufenen. Gestützt auf das Datenschutzgesetz, kann er vom Anrufer verlangen, dass sein Name aus der Datensammlung des anrufenden Callcenters gestrichen wird. In den Directories (Telefonbüchern) kann man zudem den Stern für «Wünscht keine Werbung» anbringen lassen. Und wer sich bestmöglich schützen will, trägt sich auf der Robinsonliste des Schweizer Direktmarketing-Verbands (SDV) ein: Nummern auf dieser Liste werden von Verbandsmitgliedern nicht angerufen. Allerdings sind, verglichen mit der Gesamtzahl, nur wenige Firmen im Verband und halten sich an den Ehrenkodex.

Schwarze Schafe, die trotz Stern und Robinsonliste anrufen, kann man der Stiftung für Konsumentenschutz melden. Sie führt eine Liste mit den Namen von Telemarketingfirmen, die Werbesperren nicht respektieren.

Selbstverständlich gibt es auch Leute, die sich über Marketinganrufe freuen, die sich erklären lassen, worum es geht, und dann entscheiden, ob sie kaufen oder nicht. Wenn Sie aber nicht zur kauffreudigen Gruppe gehören und auch keine Lust haben, sich überhaupt mit der Sache auseinanderzusetzen, gibts nur eine wirklich sichere und doch anständige Methode, ungebetene Anrufer schnell loszuwerden: Sie erklären höflich, aber bestimmt, dass Sie am Telefon nichts kaufen.

Unseriöse Callcenter...


  • ...rufen Sie auch abends nach halb neun und am Sonntag an.
  • ...stellen nicht gleich das Produkt vor, sondern machen eine «Schlaufe» («Sie haben gewonnen!»).
  • ...lügen Sie an («Sie wurden von einem Freund empfohlen»).
  • ...versuchen, Sie zu einem Kauf zu überreden, obwohl Sie klar und deutlich nein gesagt haben.
  • ...verkaufen Ihnen auch etwas, wenn Sie das Angebot gar nicht verstehen («Was ist denn Digital-TV überhaupt?») oder Sie gesagt haben, dass Sie kein Geld haben.

 

Anlaufstellen:

 


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© Beobachter Ausgabe 15 vom 18. Jul 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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