• Anzeige:

  • Anzeige:

Werbefahrt

Wie gewonnen, so zerronnen

Text:
  • Gabriela Meile
Ausgabe:
23/07

Vollmundig wird die Übergabe eines Bargeldpreises versprochen - in Wahrheit handelt es sich aber um eine Werbeveranstaltung.

Anita Felder aus Rorschacherberg und ihr Mann Bruno staunen nicht schlecht, als sie erfahren, dass sie 500 Franken gewonnen haben sollen. Die «Spiel & Spass Rubbel-Lotterie-Gesellschaft» hat Anita Felder angeschrieben, weil sie an deren Gewinnspiel teilgenommen habe. «Ich habe die Lösung eines Kreuzworträtsels eingesandt», erinnert sich Felder. «Das wars.» Auf den ersten Blick schien ihr das Schreiben seriös.

Stutzig wird das Paar allerdings, als es liest, es müsse das Geld abholen. «Ihren Gewinn möchten wir Ihnen gerne in vollem Umfang feierlich übergeben. Auf Sie warten 500 Franken aus unserem Rubbel-Gewinnspiel», steht im Brief. «Das machte uns misstrauisch», sagt Bruno Felder. Er beschliesst, beim Beobachter-Beratungszentrum nachzufragen. Und er ist nicht der einzige Skeptiker. Zu Recht: Zwischen den Zeilen erfahren die vermeintlichen Gewinner, dass sie das Geld nicht auf sicher haben, sondern bloss nominiert sind - nur eine Person kann die 500 Franken gewinnen, die anderen gehen leer aus. Oder noch schlimmer: Sie gehen mit weniger Geld nach Hause, als sie gekommen sind: Denn bei der angeblichen Gewinnübergabe mit «kurzweiliger Präsentation» und Mittagessen handelt es sich in Wahrheit um eine Werbeveranstaltung.

Ehepaar Felder hat den Gewinnbrief nun im Altpapier entsorgt. Expertin Doris Huber vom Beobachter-Beratungsteam: «Das ist das einzig Richtige. Alles, was nach schnellem Gewinn aussieht, hat einen Haken.»

Anzeige:

© Beobachter Ausgabe 23 vom 07. Nov 2007 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh