Computer

Vom PC auf den Fernseher

Text:
  • Andreas Grote
Bild:
  • Stock-Kollektion colourbox.com
Ausgabe:
2/10

Der TV-Bildschirm ist oft grösser als jener des Computers: Was liegt also näher, als den PC an den Fernseher anzuschliessen? Vier Wege führen dahin.

Der TV-Bildschirm ist oft grösser als jener des Computers: Was liegt also näher, als den PC an den Fernseher anzuschliessen? Vier Wege führen dahin.

Neben Musik und Fotos lassen sich eine ganze Menge anderer Formate auf dem Computer abspeichern: Videos aus dem Internet, TV-Sendungen, ab alten VHS-Bändern digitalisierte Videos oder mit Camcorder, Digitalkamera und Handy selbst gedrehte Clips. So wird der Computer zur Medienzentrale sehr praktisch. Wenn nur der Bildschirm grösser wäre: Filmfans bevorzugen natürlich den Fernseher im Wohnzimmer statt des PC-Monitors im Arbeitszimmer.

Um das Video vom Computer auf das TV-Gerät zu bringen, gibt es unterschiedliche Wege. Wer das nur selten vorhat, kann versuchen, den Fernseher mit dem PC per Kabel zu verbinden oder den Film auf DVD zu brennen, um sie dann im DVD-Player abzuspielen. Für richtige Filmfans interessanter ist eine Multimedia-Festplatte oder, wenn schon eine externe Festplatte vorhanden ist, ein Mediaplayer. Sie stehen neben dem Fernseher und lassen sich per Fernbedienung steuern. Wer hier in ein gutes Modell investiert, das viele Videoformate versteht, kann sich manch aufwendiges Umwandeln des Videos sparen.

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Einfach verkabeln

Für gelegentliche Filmsessions lässt sich der Fernseher per Kabel an die Grafikkarte des PCs anschliessen. Ob beide zusammenarbeiten, hängt von den Anschlussmöglichkeiten ab. Neuere Grafikkarten mit HDMI- oder DVI-Ausgang passen an Flachbildschirme. Röhrenfernseher ­zeigen nur ein Bild, wenn die Grafikkarte ein analoges Signal liefert (etwa über eine S-VHS-­Buchse). Notebooks haben oft eine TV-OUT-Buchse oder einen VGA-Ausgang für einen zweiten Monitor. Der Computerhändler oder das PC-Handbuch liefern Hinweise, welche Kabel benötigt werden. Dann lässt sich der Fernseher quasi als zweiter PC-Bildschirm über die Monitoreinstellungen ansprechen. Investition: je nach Adapter und Kabel zwischen 0 und 100 Franken.

Multimedia-Festplatte

Es gibt sie mit 500 Gigabyte Speicher (das reicht für rund 100 Spielfilme) ab zirka 250 Franken. Sie ist im Prinzip eine externe Festplatte mit TV-Anschlüssen – meist einem digitalen HDMI-Ausgang für den Flachbildfernseher, Cinch- oder Scartausgängen für Röhrenfernseher sowie Digitalausgängen für den Ton, wenn er über eine Hi-Fi-Anlage aus­gegeben werden soll. Praktisch ist ein USB-Anschluss, um auch Videos von einem USB-Stick oder einer externen Festplatte ­abspielen zu können. Um die Multi­media-Festplatte mit Videomaterial zu füllen, muss sie über einen USB-Anschluss mit dem PC verbunden werden. Wichtig ist, dass die auf die Festplatte kopierten Videos in einem ­Dateiformat vorliegen, das die Player-Software auch abspielen kann (siehe «Tipps»). Nach dem Einschalten startet automatisch die Player-Software und zeigt auf dem TV-Schirm die Namen der Videos. Nun lässt sich der gewünschte Film auswählen, starten und wie eine DVD vor- und zurückspulen.

Mediaplayer

Ein Mediaplayer (gute ­Modelle gibt es ab etwa 150 Franken) verfügt über nahezu die gleichen Funktio­nen und Anschlüsse wie eine Multimedia-Festplatte, hat jedoch keinen eingebauten Speicher. Die Videos bekommt er von einem externen Speicher, beispielsweise von einem Speicherstick oder von einer externen Fest­platte, die per USB-Anschluss mit dem Mediaplayer verbunden werden. Verfügt der Mediaplayer über einen LAN- oder WLAN-Anschluss, kann er direkt auf das Filmarchiv auf der Festplatte des Computers zugreifen und spielt die Videos von dort ab. Auch in diesem Fall muss der Player jedoch das Dateiformat beherrschen.

DVD-Player/-Rekorder

Wer zusätzliche Investitionen scheut oder Videos vom PC nur selten abspielt, kann dafür auch den DVD-Player hernehmen. Das Video wird ­dazu auf dem Computer auf eine DVD gebrannt und im DVD-Player abgespielt. Auch hier ist darauf zu achten, dass die gebrannte Videodatei in einem für den DVD-Player lesbaren Format vorliegt. Immer mehr DVD-Player und Festplattenrekorder verfügen auch über einen USB-Anschluss und eine eingebaute Player-Software. Darüber lassen sich Speichersticks oder externe Festplatten anschliessen und die Videos direkt von dort abspielen. Das erspart einen separaten Mediaplayer.

Einige wichtige Anschlüsse und Ausgänge

HDMI (digital): Eingang am Flachbildfernseher, Ausgang an moderner PC-Grafikkarte
DVI (digital): Eingang an Flachbild-TV und PC-Monitor, Ausgang an moderner Grafikkarte
S-VHS (analog): Eingang am Fernseher, Ausgang an älterer Grafikkarte, Ton separat
TV-OUT (analog): Ausgang an Notebooks und älteren Grafikkarten
Cinch (analog): Eingang am Fernseher, Ausgang an älterer Grafikkarte, Ton separat
USB (digital): Für USB-Speichersticks oder externe Festplatten
VGA (analog): Eingang am ­Fernseher, Ausgang an Grafikkarte
Scart (analog): Eingang am Fernseher

Videos auf Format bringen

Fast jede Videoquelle speichert in ihrem eigenen Format ab. Mediaplayer beherrschen jedoch nur verbreitete Video­formate wie MPEG-2, MP4, AVI oder ­DivX. Manchmal muss das Video daher in ein vom Player unterstütztes Format umgewandelt werden. Liegt dem ­Player keine Software bei, erledigen das Gratisprogramme wie XMedia ­Recode (www.xmedia-recode.de) oder Hand­Brake (www.handbrake.fr). Immer mehr Player verstehen das moderne Format H.264. Soll das Video auf DVD gebrannt werden, ist MPEG-2 der sicherste Weg. Die Umwandlung braucht aber Zeit: je nach PC und Format mitunter so lange wie die Videospielzeit.

© Beobachter Ausgabe 2 vom 20. Jan 2010 - Alle Rechte vorbehalten

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