Computerpasswort Schützen Sie sich!

Ein sicheres Passwort und der richtige Umgang damit bewahrt Sie vor Kriminellen.

Datendiebe haben in Deutschland die Passwörter von 18 Millionen E-Mail-Konten gestohlen. Mit ein paar einfachen Tricks kann man sich gegen Hacker schützen. Tante Gundula hilft dabei.

Das mit Abstand am häufigsten verwendete Passwort lautet 123456. Das ergab die Auswertung einer Liste mit Zehntausenden geknackten Passwörtern. Und weil es das häufigste Passwort ist, ist es das schlechteste. Bedenklich, denn sichere Passwörter sind nicht nur ein wirksames Mittel gegen Cyberkriminelle, sie sind vor allem eines der wenigen Mittel, auf die Sie im Umgang mit Computer und Internet direkt Einfluss haben.

Mit einem unsicheren Passwort riskieren Sie, dass die Partnerin Ihre privaten Mails liest – das ist der glimpfliche Fall. Schlimmstenfalls plündert ein Datendieb Ihr Bankkonto. Deshalb haben Sie ein vita­les Interesse daran, Ihre Daten, Bankverbindungen und sonstigen Benutzerkonten (beispielsweise bei Ebay) vor unberechtigten Zugriffen zu schützen. Ein sicheres Passwort hat folgende Eigenschaften:

  • Es hat mindestens acht Zeichen, mit Ziffern, Gross- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen. Leerschläge sind nicht erlaubt, Umlaute (ä, ö, ü) nicht empfehlenswert, weil sie auf fremdsprachigen Tastaturen schwierig zu bilden sind, falls Sie das Passwort im Ausland eingeben müssen.

  • Es ist keine Folge von Zeichen, die auf der Tastatur nebeneinanderliegen (wie ­etwa asdfgh).

  • Es ist kein Wort einer bekannten Sprache.

  • Sie können das Passwort so schnell eingeben, dass es beim Eintippen nicht mit­gelesen werden kann.

  • Es ergibt für andere keinen Sinn.

Sich nicht über die Schulter blicken lassen

Wie Sie auf einfache Weise ein Passwort kreieren, das diese Anforderungen erfüllt, sehen Sie in der Checkliste nebenan. Ein sicheres Passwort ist indes nur der erste Schritt. Genauso wichtig ist der richtige Umgang damit. Es darf nicht in falsche Hände geraten. Das Wichtigste: Halten Sie sämtliche Passwörter geheim, geben Sie sie niemandem weiter. Achten Sie darauf, dass Ihnen keiner über die Schulter schaut, wenn Sie es eingeben.

Im Internet geben Sie ein Passwort ausschliesslich dann ein, wenn die Verbindung verschlüsselt ist; das erkennen Sie am «s» in «https» und am geschlossenen Bügelschloss-Symbol in der Adresszeile. Ebenfalls wichtig: Ändern Sie das Passwort regel­mässig. Je länger Sie ein Passwort benützen, desto länger haben Betrüger Zeit, es herauszufinden.

Klar: Ein Passwort allein, sei es noch so sicher, genügt nicht. Im Prinzip sollten Sie für jede Anwendung ein anderes Passwort benutzen. Doch 20 sichere Passwörter kann sich kaum jemand merken. Darum ist die Versuchung gross, sie aufzuschreiben. Wenn Sie das tun, dann keinesfalls im Computer und auch nicht auf einem Zettel am Bildschirm. Bewahren Sie das Passwort an einem sicheren Ort auf.

In drei Schritten zum sicheren Passwort

  1. Nehmen Sie einen Satz, den Sie sich gut merken können, zum Beispiel: «Tante Gundula, die Gute, schenkt mir jedes Mal zu Weihnachten zwei Krawatten!» Zitate aus Büchern oder Liedtexten funktionieren auch, aber nehmen Sie nichts allzu Bekanntes wie: «Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust!»
  2. Bilden Sie Ihr Passwort mit den Anfangsbuchstaben und Ziffern Ihres Satzes: TG,dG,smjMzW2K! So entsteht ein Passwort aus einer beliebig wirkenden Zeichenfolge, aber Sie können sichs merken.
  3. Prüfen Sie Ihr Passwort unter www.datenschutz.ch/... auf seine Sicherheit hin.
Text:
  • Martin Müller