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Digital

Fernsehen am Computer

Text:
  • Andreas Grote
Bild:
  • Stock-Kollektion colourbox.com
Ausgabe:
16/09

Jeder Computer lässt sich in einen Fernseher verwandeln. Je nach Empfangsart gibt es aber Unterschiede in Qualität, Senderauswahl und bei den Kosten.

Nicht immer sind sich alle Familienmitglieder einig, welches Programm man gerade anschauen will. Da hilft es, wenn man auf ein anderes Gerät ausweichen kann. Die gute Nachricht: Mittlerweile lässt sich auf fast jedem Computer das aktuelle Fernsehprogramm sehen. Tut man das nur gelegentlich, kann man sich teure Zusatzprogramme sparen. Wer aber regelmässig den PC zum Fernsehen nutzt und Sendungen speichern will, sollte über zusätzliche Hardware nachdenken.

Am günstigsten, da man keine weitere Hardware benötigt, ist Zattoo, www.zattoo.com. Das werbefinanzierte Angebot kommt nicht über das TV-Kabel, sondern über die Internetleitung. Deshalb ist ein Breitbandanschluss mit mindestens 1000 KBit (besser 2000 KBit) eine Vorbedingung. Das Fernsehbild ist direkt im Fenster des Internetbrowsers zu sehen. Um das Programm zu nutzen, muss man sich mit seiner E-Mail-Adresse und persönlichen Angaben bei Zattoo registrieren; nur die E-Mail-Adresse wird auf ihre Richtigkeit geprüft. Zattoo bietet eine Auswahl von 74 Kanälen, darunter 52 in Deutsch. Vertreten sind alle grossen Sender wie SF1, ARD, ZDF und die grossen Privatsender. Die Nutzung ist kostenlos, beim Kanalwechsel wird jedoch für einige Sekunden Werbung eingeblendet. Weiterer Nachteil: Das Bild ist nur so gross wie eine Zigarettenschachtel und qualitativ schlechter als auf dem Fernseher. Das reicht aber, wenn Details im Bild nicht wichtig sind. Wer Sendungen in TV-Auflösung sehen will, zahlt im Jahr rund 45 Franken an Zattoo.

Empfangsgebühren müssen bezahlt werden

Eine Alternative ist TV2.2 von TVexe (www.tvexe.com). Das kostenlose Angebot bietet überwiegend internationale Sender. Allerdings profitieren nur Windows-Nutzer, die zuvor ein Programm herunterladen müssen. Bei Wilmaa entfällt das Runterladen einer speziellen Software. Es liefert 32 TV-Kanäle frei Haus, darunter die bekanntesten. Wilmaa.com eingeben, registrieren und das gewünschte Programm wählen – gratis. Nicht werbefinanziert ist Nello (www.nello.tv), ebenfalls ein rein schweizerisches Internet-TV-Angebot. 50 Sender stehen zur Auswahl, das Jahresabo kostet 81 Franken.

Wichtig: Wer Zattoo und Co. nutzen will, muss Radio- und Fernsehempfangsgebühren zahlen. Es reicht jedoch, wenn im Haushalt bereits TV und Radio angemeldet sind.

Wer die volle Bildqualität am PC erleben, TV-Sendungen aufnehmen, Werbepausen herausschneiden und zeitversetzt TV sehen will, benötigt eine TV-Karte oder einen TV-USB-Stick. Sie bereiten das Fernsehsignal für den PC auf. Je nachdem, ob das Signal per Kabel, Antenne oder Satellit ins Haus kommt, braucht man die entsprechende Version von TV-Karte oder USB-Stick. Um die TV-Karte in den Desktop einzubauen, muss man das PC-Gehäuse öffnen. Bedingung ist, dass das Gerät über PCI- oder PCIe-Steckplätze verfügt. Unproblematischer und für Notebooks geeignet sind USB-Sticks; sie lassen sich über einen USB-2.0-Steckplatz an den Computer anschliessen. Dann muss man nur noch das TV-Kabel mit der TV-Karte oder dem USB-Stick verbinden und die mitgelieferte Software installieren.

Kabelempfänger haben am wenigsten Probleme, wenn sie das analoge Signal nutzen. Es wird von den Kabelanbietern mindestens noch bis 2011 parallel zum digitalen Fernsehsignal ins Kabel eingespeist. TV-Karten und USB-Stick für den Empfang von analogem TV gibt es bereits ab 50 Franken. Rund 100 Franken teurer, dafür ausgereifter und mit guter Software ausgestattet ist die Hardware spezialisierter Anbieter wie Pinnacle, Hauppauge oder Elgato. Für noch ein paar Franken mehr gibt es Geräte mit analogem Eingang, an die sich auch der alte VHS-Rekorder oder die alte Videokamera anschliessen lassen. So kann man alte Videobänder schnell und einfach digitalisieren und auf der Festplatte speichern.

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Unbedingt abklären, ob die Empfangsqualität genügt

Digital-TV bietet noch mehr Programme. Speist der Betreiber Digital-TV unverschlüsselt ins Kabel ein, braucht man eine DVB-C-Karte oder einen DVB-C-Stick; C steht für Kabel. In 80 Prozent der Schweizer Kabel-TV-Haushalte kommt Digital-TV jedoch nur verschlüsselt an. Hier ist der Aufwand für ein paar Programme mehr als beim Analogempfang unverhältnismässig hoch.

Auch wer Fernsehen über Satellit (DVB-S) oder terrestrisch (DVB-T) mit Antenne empfängt, findet entsprechende Karten und Sticks im Handel. Ob die Empfangsqualität von DVB-T am Wohnort für ein klares Bild reicht, kann man auf www.digitalesfernsehen.ch prüfen. Der Vorteil dabei: Mit dieser Empfangsart kann man sich mit einem DVB-T-Stick auch unterwegs am Notebook zumindest die Grundprogramme anschauen.n

Die wichtigsten Begriffe

  • NTV-Karte: Ein Computerzubehörteil mit Anschluss für das TV-Kabel; die TV-Karte wird im Innern des PC in einen freien PCI- oder PCIe-Steckplatz gesteckt. Je nach Typ für analoges Kabel- oder digitales Fernsehen (DVB) verwendbar.

  • NDVB-C/T/S ist der Standard von ­digital ausgestrahltem Fernsehen. Der Buchstabe am Schluss gibt an, wie das Fernsehsignal ins Haus gelangt: C über Kabel, T über Antenne oder S über Satellit.

  • USB-Sticks sind TV-Karten in Feuerzeuggrösse, die man an einen USB-Anschluss steckt und mit dem TV-Kabel verbindet. Sticks gibt es für analoges Kabelfernsehen wie für Digital-TV.

  • PCI/PCIe: Über einen PCI-Steckplatz lässt sich Computerzubehör wie etwa ­eine TV-Karte durch einfaches Ein­stecken in den PC einbauen; neuere
    PCs besitzen parallel auch schnelle PCIe-Steckplätze.

  • CA-(Conditional Access-)Modul dient zusammen mit der vom Kabelbetreiber ausgegebenen Smartcard der Decodierung von verschlüsseltem Digitalfernsehen. Wird mit Smartcard in den Receiver respektive in die TV-Karte geschoben.


Hardware-Lösungen für TV am PC

Empfangsarterforderliche Hardware
Kabel (analog)TV-Karte oder USB-Stick für analogen Empfang
Kabel (digital)TV-Karte oder USB-Stick für DVB-C
SatellitTV-Karte oder USB-Stick für DVB-S
AntenneTV-Karte oder USB-Stick für DVB-T

© Beobachter Ausgabe 16 vom 06. Aug 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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