Digitalfernsehen
Scharf auf scharfe Bilder?
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- 18/10
Swisscom und Cablecom versprechen beim Digitalfernsehen Seh- und Hörerlebnisse vom Feinsten. Auf welches Angebot soll man setzen?
Die TV-Anbieter überbieten sich in ihren Anpreisungen. Die Swisscom: «Alle bekannten TV-Sender. Hochauflösendes Fernsehen. Spannende Themenkanäle und Lokalsender» et cetera. Die Cablecom trumpft ebenfalls mit der Vielfalt ihres Angebots auf: «Bis zu 165 TV-Sender, 11 HD-Sender, über 100 Radiostationen» und so weiter.
So verlockend das alles tönen mag – die Sache hat einen Haken: Der Grossteil der genannten Angebote setzt Digitalfernsehen voraus. Das Fernsehprogramm wird damit zwar nicht besser, aber das Bild wird schärfer, vor allem bei HD-Sendern. Wer einmal eine Oper oder ein Fussballspiel auf HD Suisse gesehen hat, sehnt sich jedenfalls nicht zurück nach dem guten alten Röhrenfernseher.
Bevor Sie sich den Kopf zerbrechen, welcher Anbieter besser passt, sollten Sie prüfen, wer an Ihrem Standort überhaupt digitales Fernsehen liefern kann. In den Städten sind Swisscom und Cablecom sehr gut vertreten. In kleineren Ortschaften gibt es mitunter nur ein Angebot, in manchen gar keines. Wie die Situation bei Ihnen aussieht, können Sie im Internet überprüfen (siehe «Weitere Infos»). Fehlt in einer Ortschaft ein entsprechender Anbieter, kann man sich den digitalen Empfang über Satellit holen. Oder via Zimmerantenne vom terrestrischen Fernsehen (DVB-T) – allerdings können Sie damit bloss vier Schweizer Programme empfangen.
Für den Empfang von Digitalfernsehen braucht es nebst einem TV-Apparat mit Scart- oder HDMI-Anschluss eine sogenannte Set-Top-Box: ein Gerät, das die verschlüsselt übertragenen digitalen Signale für den Fernseher aufbereitet und zusätzlich einen elektronischen Programmführer bietet (siehe unten: «Digital-TV ohne Set-Top-Box»). Jeder TV-Apparat benötigt eine separate Box, die Mindestvertragsdauer für die Boxen beträgt zwölf Monate. Auf alten Fernsehapparaten sehen Sie unten und oben schwarze Balken und allenfalls auch verzerrte Bilder. Ist Letzteres der Fall, bleibt Ihnen nur, einen neuen Fernseher zu kaufen – am besten gleich einen HD-fähigen, der am Logo «HD ready» oder «Full HD» erkennbar ist.
Die Set-Top-Box von Swisscom erlaubt direkte oder zeitversetzte Aufnahmen von Sendungen und ist HDTV-fähig. Welche dieser Zusatzfunktionen Sie tatsächlich nutzen können, hängt vom Abonnement ab (siehe Tabelle). Cablecom hat passend zu ihren Abos zwei Set-Top-Boxen im Angebot: HD-Receiver für «normales» Digitalfernsehen sowie HD-Recorder mit Aufnahmemöglichkeit. Bei Swisscom TV können Sie neben klassischen Serien auch Sendungen wie «10 vor 10» ganz einfach per Knopfdruck als Serienaufnahme programmieren. Bei Cablecom muss jede Sendung einer solchen Pseudoserie einzeln programmiert werden. Der Grund für die kundenfreundlichere Swisscom-Lösung ist, dass Swisscom die vom Datenprovider gelieferten Informationen zusätzlich anreichert.
Bei beiden Anbietern ist ein Problem noch ungelöst. Wenn sich Sendezeiten verschieben oder die vorgesehene Sendezeit überzogen wird (wie etwa bei «Wetten, dass?»), gibt es keine Garantie, dass die programmierte Sendung vollständig aufgezeichnet wird, denn mitunter kommen auch kurzfristige Zeit-Updates zu spät. Bei Aufnahmen sollte man also generell eine grosszügige Zeitreserve programmieren.
Digi-TV erschliesst eine Vielfalt von Angeboten und Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Aber dieser Luxus ist mit einigem Aufwand verbunden – und der beginnt mit der Installation.
Die Installation der Set-Top-Box sei einfach, behaupten die Anbieter. Wer technisch nicht unbegabt ist, kann die Installation selbst in die Hand nehmen. Doch es kann vorkommen, dass die Set-Top-Box mit dem Fernsehgerät nicht kompatibel ist. Wen die Installation überfordert, kann sie durch einen Techniker ausführen lassen. Dieser Service kostet bei Cablecom 120 Franken, bei Swisscom 290 Franken.
Der Kabelnetzverbund QuickLine bietet per 1. September digitalen Fernsehgenuss ohne Set-Top-Box. Für 230 frei verfügbare digitale Radio- oder TV-Sender wird die Verschlüsselung aufgehoben. Von diesem Angebot profitieren können rund 200'000 Haushalte in rund 240 Gemeinden vor allem im Schweizer Mittelland (Angaben zur Verfügbarkeit unter www.quickline.com).
Die durch den Kabelnetzverbund aufbereitete digitale Senderpalette kann mit jedem TV-Gerät mit integriertem Empfänger für Digital Video Broadcast (DVB-C) und einem Kabelnetzzugang eines QuickLine-Partners empfangen werden. Unterstützt das vorhandene Fernsehgerät die Übertragungstechnologie nicht, kann eine frei wählbare Set-Top-Box im Handel oder beim Kabelnetzverbund bezogen werden.
| | Swisscom basic | Swisscom plus* | Cablecom Mini** | Cablecom Starter | Cablecom Classic | Cablecom Comfort |
| Preis/Monat (inkl. Urheberrechts-gebühr) | Fr. 21.25 | Fr. 31.25 | Fr. 4.- | Fr. 19.80 | Fr. 25.80 | Fr. 40.80 |
einmalige Kosten*** | - | - | Fr. 30.- für Aktivierung |
| TV-Sender | über 140 | 55 | 84 | 122 | 168 |
| HD-Sender | keine | 8 | nur HD Suisse | 6 | 11 |
| Radiosender | über 130 | über 100 |
| TV on demand (Sendungen von SF1/SF2 bis zu 7 Tage nach Aus- strahlung)**** | nein | ja |
| Zusatzsender gegen Aufpreis | Teleclub-Programme (Kino, Sport, Familie) | Teleclub-Programme (Kino, Sport, Familie), Cablecom erotic, 9 internationale Senderpakete |
| Filme mieten | ab Fr. 3.50 für 24 Std. | ab Fr. 3.50 für 24 Std. |
| Aufnahme- möglichkeit (eine Sendung schauen und eine andere aufnehmen) | nein | ja | nein | ja | ja | ja |
*Bei diesem Abo kostet die Miete einer zweiten Box nur Fr. 10.—/Monat
**Den HD-Receiver kann man auch kaufen für Fr. 150.—. Für CI+-taugliche Fernsehgeräte gibt es alternativ zum HD-Receiver die sogenannte DigiCard für Fr. 99.—. Bei diesen beiden Lösungen entfällt die monatliche Mietgebühr von Fr. 4.—.
***Die Installation durch einen Techniker — diese Dienstleistung ist nicht zwingend — kostet bei Swisscom Fr. 195.—, bei Cablecom Fr. 120.—, wobei Cablecom Rentnern und IV-Bezügern diese Kosten erlässt.
****Nicht an allen Orten verfügbar
- www.swisscom.ch (geben Sie unter «Verfügbarkeit überprüfen» Ihre Festnetz-Telefonnummer ein)
- www.cablecom.ch (geben Sie unter «Verfügbarkeit prüfen» Ihre Adresse ein)
- www.ihr-kabelnetz.ch (geben Sie unter «Hier finden Sie Ihre Ansprechperson» Ihre Adresse ein)
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© Beobachter Ausgabe 18 vom 01. Sep 2010 - Alle Rechte vorbehalten
Digitalfernsehen
Scharf auf scharfe Bilder?
Swisscom und Cablecom versprechen beim Digitalfernsehen Seh- und Hörerlebnisse vom Feinsten. Auf welches Angebot soll man setzen?
Die TV-Anbieter überbieten sich in ihren Anpreisungen. Die Swisscom: «Alle bekannten TV-Sender. Hochauflösendes Fernsehen. Spannende Themenkanäle und Lokalsender» et cetera. Die Cablecom trumpft ebenfalls mit der Vielfalt ihres Angebots auf: «Bis zu 165 TV-Sender, 11 HD-Sender, über 100 Radiostationen» und so weiter.
So verlockend das alles tönen mag – die Sache hat einen Haken: Der Grossteil der genannten Angebote setzt Digitalfernsehen voraus. Das Fernsehprogramm wird damit zwar nicht besser, aber das Bild wird schärfer, vor allem bei HD-Sendern. Wer einmal eine Oper oder ein Fussballspiel auf HD Suisse gesehen hat, sehnt sich jedenfalls nicht zurück nach dem guten alten Röhrenfernseher.
Bevor Sie sich den Kopf zerbrechen, welcher Anbieter besser passt, sollten Sie prüfen, wer an Ihrem Standort überhaupt digitales Fernsehen liefern kann. In den Städten sind Swisscom und Cablecom sehr gut vertreten. In kleineren Ortschaften gibt es mitunter nur ein Angebot, in manchen gar keines. Wie die Situation bei Ihnen aussieht, können Sie im Internet überprüfen (siehe «Weitere Infos»). Fehlt in einer Ortschaft ein entsprechender Anbieter, kann man sich den digitalen Empfang über Satellit holen. Oder via Zimmerantenne vom terrestrischen Fernsehen (DVB-T) – allerdings können Sie damit bloss vier Schweizer Programme empfangen.
Für den Empfang von Digitalfernsehen braucht es nebst einem TV-Apparat mit Scart- oder HDMI-Anschluss eine sogenannte Set-Top-Box: ein Gerät, das die verschlüsselt übertragenen digitalen Signale für den Fernseher aufbereitet und zusätzlich einen elektronischen Programmführer bietet (siehe unten: «Digital-TV ohne Set-Top-Box»). Jeder TV-Apparat benötigt eine separate Box, die Mindestvertragsdauer für die Boxen beträgt zwölf Monate. Auf alten Fernsehapparaten sehen Sie unten und oben schwarze Balken und allenfalls auch verzerrte Bilder. Ist Letzteres der Fall, bleibt Ihnen nur, einen neuen Fernseher zu kaufen – am besten gleich einen HD-fähigen, der am Logo «HD ready» oder «Full HD» erkennbar ist.
Die Set-Top-Box von Swisscom erlaubt direkte oder zeitversetzte Aufnahmen von Sendungen und ist HDTV-fähig. Welche dieser Zusatzfunktionen Sie tatsächlich nutzen können, hängt vom Abonnement ab (siehe Tabelle). Cablecom hat passend zu ihren Abos zwei Set-Top-Boxen im Angebot: HD-Receiver für «normales» Digitalfernsehen sowie HD-Recorder mit Aufnahmemöglichkeit. Bei Swisscom TV können Sie neben klassischen Serien auch Sendungen wie «10 vor 10» ganz einfach per Knopfdruck als Serienaufnahme programmieren. Bei Cablecom muss jede Sendung einer solchen Pseudoserie einzeln programmiert werden. Der Grund für die kundenfreundlichere Swisscom-Lösung ist, dass Swisscom die vom Datenprovider gelieferten Informationen zusätzlich anreichert.
Bei beiden Anbietern ist ein Problem noch ungelöst. Wenn sich Sendezeiten verschieben oder die vorgesehene Sendezeit überzogen wird (wie etwa bei «Wetten, dass?»), gibt es keine Garantie, dass die programmierte Sendung vollständig aufgezeichnet wird, denn mitunter kommen auch kurzfristige Zeit-Updates zu spät. Bei Aufnahmen sollte man also generell eine grosszügige Zeitreserve programmieren.
Installation kann kompliziert werden
Digi-TV erschliesst eine Vielfalt von Angeboten und Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Aber dieser Luxus ist mit einigem Aufwand verbunden – und der beginnt mit der Installation.
Die Installation der Set-Top-Box sei einfach, behaupten die Anbieter. Wer technisch nicht unbegabt ist, kann die Installation selbst in die Hand nehmen. Doch es kann vorkommen, dass die Set-Top-Box mit dem Fernsehgerät nicht kompatibel ist. Wen die Installation überfordert, kann sie durch einen Techniker ausführen lassen. Dieser Service kostet bei Cablecom 120 Franken, bei Swisscom 290 Franken.
Digital-TV ohne Set-Top-Box
Der Kabelnetzverbund QuickLine bietet per 1. September digitalen Fernsehgenuss ohne Set-Top-Box. Für 230 frei verfügbare digitale Radio- oder TV-Sender wird die Verschlüsselung aufgehoben. Von diesem Angebot profitieren können rund 200'000 Haushalte in rund 240 Gemeinden vor allem im Schweizer Mittelland (Angaben zur Verfügbarkeit unter www.quickline.com).
Die durch den Kabelnetzverbund aufbereitete digitale Senderpalette kann mit jedem TV-Gerät mit integriertem Empfänger für Digital Video Broadcast (DVB-C) und einem Kabelnetzzugang eines QuickLine-Partners empfangen werden. Unterstützt das vorhandene Fernsehgerät die Übertragungstechnologie nicht, kann eine frei wählbare Set-Top-Box im Handel oder beim Kabelnetzverbund bezogen werden.
Qual der Wahl: Digital-TV-Angebote im Vergleich
Kosten***
*Bei diesem Abo kostet die Miete einer zweiten Box nur Fr. 10.—/Monat
**Den HD-Receiver kann man auch kaufen für Fr. 150.—. Für CI+-taugliche Fernsehgeräte gibt es alternativ zum HD-Receiver die sogenannte DigiCard für Fr. 99.—. Bei diesen beiden Lösungen entfällt die monatliche Mietgebühr von Fr. 4.—.
***Die Installation durch einen Techniker — diese Dienstleistung ist nicht zwingend — kostet bei Swisscom Fr. 195.—, bei Cablecom Fr. 120.—, wobei Cablecom Rentnern und IV-Bezügern diese Kosten erlässt.
****Nicht an allen Orten verfügbar
Weitere Infos zum Empfang
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