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Digitalradio

Musikgenuss mit Zukunft

Text:
  • Markus Koch
Bild:
  • Jupiterimages
Ausgabe:
8/09

Wer ein Radiogerät kauft, sollte darauf achten, dass es nicht nur UKW, sondern auch DAB+ empfangen kann. Denn dem Digitalradio gehört die Zukunft.

Das neue Radio: stabiler, störungsfreier Empfang und ein Klang, der fast CD-Qualität erreicht

Die digitale Revolution macht auch vor dem Äther nicht halt. Nach dem Telefon und dem Fernsehen erobern Bits und Bytes nun auch das Radio. «Digital Audio Broadcasting», kurz DAB, heisst die Hörfunktechnologie, die dereinst die analogen Sender ablösen soll. Und das mit gutem Grund, denn DAB-Radio merzt alle Unzulänglichkeiten des UKW-Empfangs aus, an die wir uns seit dessen Einführung vor 50 Jahren gewöhnen mussten.

Ohrenfällig sind der bessere Klang, der fast CD-Qualität erreicht, und der stabile, störungsfreie Empfang: Da gibts kein Rauschen und Knistern, keine Unterbrüche und Senderüberlagerungen – auch nicht in der Nähe von Starkstromleitungen oder bei Gewittern.

Zudem sind Digitalradios so einfach zu bedienen, wie man es sich wünscht: Einschalten, und das Empfangsgerät listet sämtliche verfügbaren Digitalprogramme abspielbereit in der Senderauswahl auf. Besonders praktisch ist das auf Reisen, da dadurch die lästige Frequenz- und Sendersuche während der Fahrt oder am Ferienort entfällt.

DAB verdrängt UKW noch lange nicht

Um von diesen Vorteilen profitieren zu können, benötigt man allerdings einen Radioempfänger, der die DAB-Frequenzen empfangen kann. Seit Ende vergangenen Jahres der Mittelwellensender Beromünster ausgeschaltet wurde und die volkstümliche «DRS Musikwelle» im DAB-Netz erklingt, findet man entsprechende Geräte in allen Fachgeschäften und Preislagen ab 70 Franken.

Wichtig ist, dass die DAB-Empfänger auch den DAB+-Standard unterstützen. Bereits ist nämlich beschlossene Sache, dass die Privatradios, die in Kürze das noch spärliche Staatsradioprogramm der SRG erweitern sollen, das modernere Signal verwenden werden.

Zudem sollte, zumindest bis alle persönlichen Lieblingssender auf DAB ausstrahlen, ein neues Radio auch den konventionellen UKW-Empfang beherrschen. Dies ist für Auslandsreisende wichtig, denn in keinem Land ist Digitalradio schon so weit wie hierzulande, und ob sich DAB überall als Standard durchsetzen wird, ist nicht gewiss.

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Neu: Radio mit Bildern

Beim Kauf eines DAB-fähigen Autoradios ist ausserdem darauf zu achten, dass es automatisch auf den äquivalenten UKW-Sender umschaltet, falls man in ein DAB-Funkloch fährt. In guten Geräten passiert das so rasch, dass man es nur an der plötzlich schlechteren Klang- und Empfangsqualität merkt.

Praktisch sind angesichts der hohen Klangqualität von DAB ferner Funktionen zur Aufzeichnung von Musik oder Sendungen. Einige Geräte bieten, genau wie Festplatten-TV-Rekorder, sogar eine Pausentaste, mit der man eine Sendung anhalten und später (als Aufzeichnung) weiterhören kann.

Und will man wirklich an der Zukunft des Radios schnuppern, sollte man auch auf ein möglichst grosses Farbdisplay Wert legen. Denn DAB überträgt nicht nur Hörfunk, sondern jede Menge Bits und Bytes. Dies ermöglicht es den Radiosendern, ihr digitales Programmangebot durch multimediale Displayanzeigen aufzupeppen.

Zurzeit sind es Fotos von Interpreten und gespielten Alben sowie Informationen zu Programm und Verkehrsgeschehen, die auf diesen Infokanälen ausgestrahlt werden. Doch wie die Entwicklung des Handys zeigt, können wir uns auf viele interessante und praktische Dienste freuen.

Digitalnetz: Die Schweiz ist Nummer eins

Vor zehn Jahren wurde in der Schweiz die erste DAB-Sendeanlage in Betrieb genommen. Die heutige Abdeckung von 90 Prozent ist höher als in jedem anderen Land und besser als jene mit UKW. Auf der DAB-Webseite der SRG (www.dab-digitalradio.ch) kann die Empfangsqualität für jeden Ort der Schweiz abgeklärt werden.

Bescheiden ist dagegen das Sender­angebot. In der Deutschschweiz können zwölf Programme empfangen werden, alle ausgestrahlt von der SRG: DRS 1 bis 3, das Jugendradio «Virus», DRS 4 News sowie Spartenkanäle für Pop, Klassik, Volksmusik oder Jazz.

Die ersten Privatradios werden noch 2009 in den Ballungszentren auf digitale Sendung gehen. Wann es so weit ist, weiss Ihr DAB-Radio: Ist ein neuer Sender verfügbar, zeigt es ihn an.

© Beobachter Ausgabe 8 vom 17. Apr 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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