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Downloads

Zugreifen! Alles gratis!

Text:
  • Markus Koch
Ausgabe:
23/08

Für Film- und Musikfreunde ist das Internet ein Schlaraffenland: Da gibt es alles - kostenlos und völlig legal. Und wer es am richtigen Ort herunterlädt, fängt erst noch keine Viren ein.

Das neue Urheberrecht erlaubt den Download von Musik und Filmen aus dem Internet. Und zwar nicht nur wenn man sie in einem Onlineshop wie iTunes, Amazon oder Ex Libris kauft, sondern auch wenn man sie gratis von frei erreichbaren Servern und PCs kopiert - selbst wenn deren Betreiber möglicherweise nicht zur Freigabe befugt sind.

Seit vier Monaten gilt das neue Recht, trotzdem profitieren immer noch viele - vor allem ältere - Internetnutzer nur zögerlich von den neuen Möglichkeiten. Die Musik- und Filmindustrie sorgt mit ihren Kampagnen und Strafandrohungen gegen meist jugendliche «Musik- und Videopiraten» nach wie vor für Verunsicherung. Und die bei der Jugend so beliebten Tauschbörsen sind unsicheren oder anspruchsvollen Anwendern suspekt. Zu Recht: Nebst Dateien mit schlechter Ton- und Bildqualität lädt man sich aus diesen sogenannten P2P-Netzwerken auch leicht aus Versehen Viren und andere Schadprogramme auf die Festplatte.

 

Der schnellste Weg zum Gratisdownload führt über die Homepages der Musiker und Plattenlabels. Denn ungeachtet des Banns, den die Musikindustrie in ihren Verlautbarungen über das Internet legt, hat sie das Netz längst auch als Promotionskanal für ihre Produkte entdeckt und bietet einige Titel aus dem Repertoire als kostenlose Downloads an.

Die Homepages der Lieblingsbands zu besuchen lohnt sich deshalb fast immer. Auch die Musikseite von MySpace ist eine gute Adresse, denn viele Künstler bieten da ein paar Appetithäppchen oder gar ganze Alben an. Besonders praktisch sind Internetdienste wie der deutschsprachige Tonspion, die das Internet nach solchen freien Downloads absuchen und sie zu zentralen Linklisten vereinen. Gut bedient wird von solchen Diensten vor allem, wer nach Musik abseits des aktuellen Mainstreams oder von weniger bekannten Künstlern sucht. In grossen US-Downloadportalen wie Spiralfrog sind zwar auch die Hits der Charts verfügbar, doch wird Europa von diesen Servern ausgesperrt.

Die ganze Bandbreite gibt es jedoch auch hierzulande - im Radio. Genauer: im Internetradio, das über gängige Musikverwaltungsprogramme wie iTunes oder WinAmp empfangen werden kann. Mit einem zusätzlichen Programm, einem Streamcatcher, können die Sendungen auf Festplatte aufgenommen werden wie weiland auf Kassette. Ausgereifte Tools wie Clipinc oder RadioLover, deren Vollversionen kostenpflichtig sind, arbeiten vollautomatisch und können im digitalen Äther sogar nach ausgewählten Songs oder Genres suchen.

 

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Für spontane Videoabende

Die Streamingtechnik, bei der die Dateien nicht komplett transferiert, sondern gleich abgespielt werden, beschert auch Film- und Kinofreunden ein immer grösseres Gratisangebot. Im deutschsprachigen Raum besonders beliebt ist das Portal kino.to, das die Streams von verschiedenen Servern zentral verlinkt. Die Filme, darunter auch aktuelle Blockbuster und viele Serien, laufen direkt im Webbrowser ab, sofern die notwendigen Plugins wie etwa Adobes Flashplayer installiert sind. Mit einem Streamcatcher können die Filme dauerhaft auf Festplatte gebannt werden.

Die Qualität dieser komprimierten Streams erreicht natürlich nie DVD-Standards und ist manchmal sogar grottenschlecht. Für den spontanen Videoabend oder wenn im Fernsehen nichts Gescheites läuft, reicht es aber allemal.

 

Der Trick: Verkleiden Sie sich als Amerikaner

Die besten Download- und Streaming­portale für Musik und Filme gibt es in den USA. So zeigen die amerikanischen Fernsehsender ihre Serien wie «Dr. House», «24» oder «Psych» schon im Netz, bevor sie bei uns zu sehen sind. Und die grossen Gratisdownloadportale wie Spiralfrog oder Yahoos Musikplattform Launch bieten Hunderttausende von kostenlosen Downloads selbst aus den Charts.

Leider haben auf diese Angebote nur Computer Zugriff, die in US-Netzwerken stehen. Kontrolliert wird dies über die IP-Adresse. Mit dem kostenlosen Service «Hotspot Shield» kann man diese Blockade umgehen: Er baut ein sogenanntes Virtual Private Network zu einem US-Rechner auf, der sich dann bei den Servern anmeldet: www.anchorfree.com/downloads/hotspot-shield

© Beobachter Ausgabe 23 vom 12. Nov 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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