Editorial
Eine brennende Frage
«Moralische Appelle zum Stromsparen werden das Problem nicht lösen.»

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Während ich diesen Text in den PC tippe, summt in der Küche der Kühlschrank, das Licht ist an, der Fernseher meldet Standby. Im Bad wird gerade die elektrische Zahnbürste aufgeladen, und im Schlafzimmer blinkt die Zeitanzeige am Wecker. Das ADSL-Modem ist ausgeschaltet - immerhin.
Wir alle wissen, dass Strom in der Schweiz zu 40 Prozent aus Atommeilern stammt. Jeder kennt die Risiken dieser Technologie. Jeder weiss, dass wir die Rechnung für den bereits verbrauchten Strom noch nicht mal bezahlt haben, das strahlende Erbe unseren Nachfahren aufbürden. Aber ohne Atomstrom geht wenig, und moralische Sparappelle werden das nicht ändern. Allein seit 1997 hat der Stromverbrauch um zehn Prozent pro Kopf zugenommen. In absoluten Zahlen sind es wegen des Bevölkerungswachstums gar plus 18 Prozent.
Was also passiert in zwölf Jahren, wenn die ersten AKWs in der Schweiz vom Netz gehen? Geht uns der Strom aus? Können und wollen wir uns ein neues AKW leisten? Gibt es genug alternative Energiequellen? Wie viel Strom können wir einsparen, wenn die Politik uns dazu zwingt?
In einer vierteiligen Serie (siehe Artikel zum Thema «Atomkraft: Ein strahlendes Comeback») liefern wir die Fakten und Hintergründe zu einer der brennendsten Fragen der Gegenwart: Braucht die Schweiz ein neues AKW?
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© Beobachter Ausgabe 17 vom 20. Aug 2008 - Alle Rechte vorbehalten
