aktualisiert am 02. Sep 2009 14:06Google «Street-View»

Der Löschbefehl für jedermann

Text:
  • Christoph Schilling
Ausgabe:
18/09

Google überprüft Antragsteller nicht.

Die Bilder von Blochers Anwesen wurden von Google gelöscht.

Es gibt Leute, die regen sich über den neuen Internetdienst Street View von Google auf – weil die halbe Welt ihnen nun per Computer zum Fenster hi­neinschauen kann. Kein Problem, beruhigt die amerikanische Internetfirma: Ein paar Klicks mit der Bitte um Entfernung, und das Bild des eigenen Hauses wird eingeschwärzt.

Das Entfernen solcher Aufnahmen ist simpler, als es Google lieb sein kann. Denn der Antragsteller wird nicht identifiziert; er muss nur seine E-Mail-Adresse angeben. So war es ein Kinderspiel, alt Bundesrat Christoph Blochers Haus einschwärzen zu lassen. Auch Mieter können ihr Mietshaus problemlos verschwinden lassen – der Eigentümer hat offenbar nichts zu melden.

Kann also jeder x-Beliebige fremde Häuser löschen? Google antwortet etwas hilflos: «Wer missbräuchliche Anfragen absendet, tut dies auf Kosten derjenigen Nutzer mit guten Absichten.» Wird man sich beim virtuellen Villa-Watching im ­Internet bald fragen müssen: «Wo kommen all die schwarzen Löcher her?»?

Street-View: «Ein Problem melden»

So gehen Sie vor, wenn Sie ein oder mehrere Bilder in «Street-View» löschen möchten:

  • Street View erreichen Sie am schnellsten via Google Maps
  • Suchen Sie nach Adressen, zum Beispiel Ihren Wohnort
  • Sobald Sie einen Ausschnitt gefunden haben, welchen Sie löschen möchten, klicken Sie unten links im Bild auf «Ein Problem melden»

Anzeige:

  • Kommentar Formular

© Beobachter Ausgabe 18 vom 02. Sep 2009 - Alle Rechte vorbehalten

created by snowflake productions gmbh