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GPS-Geräte

Auf zur digitalen Schnitzeljagd!

Text:
  • Markus Koch
Ausgabe:
26/08

Navigationsgeräte und GPS-Handys können nicht nur den Weg von A nach B anzeigen. Sie sorgen auch für Spass – zum Beispiel wenn man mit ihnen «Schatzsucherlis» spielt.

Bei diesen Navigationsspielen nützt ein Kompass nichts.

Navigationssysteme sind für die meisten Benutzer reine Zweckgeräte. Sie sollen uns auf dem kürzesten Weg von A nach B bringen – die Schönheiten des Weges sind kein Kriterium. Die Navis befehlen uns emotionslos durchs Verkehrschaos und heissen uns vorwurfslos, «bei nächster Gelegenheit» umzudrehen.

Dass Navigationssysteme auch Spass und Vergnügen bereiten können, haben Spielernaturen aber schon früh entdeckt. Bereits zwei Tage nachdem das US-Militär am 1. Mai 2000 die Verzerrung der Signale seiner Navigationssatelliten deaktivierte und damit ermöglichte, dass nicht nur Bomben, sondern auch Fern- und Ferienfahrer, Biker und Wanderer ihr Ziel metergenau finden, wurde eine erste spielerische und überhaupt nicht nützliche Anwendung fürs Global Positioning System (GPS) erfunden: das Geocaching.

Dabei handelt es sich um eine Art satelliten- und internetgestützte Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Die Geheimverstecke (englisch «cache») werden anhand geographischer Koordinaten im Internet veröffentlicht und sollen mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden.

6500 Schätze sind versteckt

Versteckt ist in der Regel ein Behälter mit Logbuch sowie Tauschgegenständen. Jeder Finder dokumentiert im Logbuch seinen Besuch, tauscht einen Gegenstand gegen einen mitgebrachten und versteckt den Cache wieder an der bezeichneten Stelle.

Was als Demonstration der Genauigkeit unmanipulierter Satellitennavigation gedacht war, hat sich rasend schnell zu einer trendigen Outdoor-Aktivität entwickelt. 700'000 Caches sind weltweit versteckt, mehr als 6500 davon in der Schweiz – und werden von über einer Million Geocachern gesucht. Und da jeder, der will, selber Verstecke anlegen und im Internet auf einem Portal wie www.geocaching.com publizieren kann, steigt die Zahl täglich.

Geocaching ist jedoch nur eine von vielen spielerischen Anwendungen der Satellitennavigation. Die Möglichkeit, sich von den (künstlichen) Sternen leiten zu lassen, inspirierte auch zu anderen «Location-based games», also ortsbezogenen Spielen (siehe Nebenartikel «Die neuen Satelliten-Spiele»).

Sie alle zeigen, dass Navigationsgeräte den menschlichen Spieltrieb auf witzige Weise inspiriert haben.

© Beobachter Ausgabe 26 vom 23. Dez 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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