Internet Blackout am 8. März?

Deutsche und Schweizer Behörden empfehlen Internetbenutzern, ihre Computer auf den Befall mit der Schadsoftware «DNS-Changer» zu überprüfen.

aktualisiert am 30. Jan 2012 11:32

Das FBI (Federal Bureau of Investigation) kennt man hierzulande vor allem aus TV-Serien und Kinofilmen. Zur Zeit sind aber vermutlich einige tausend Schweizer Internetnutzer selber von einem US-Krimi mit FBI-Beteiligung betroffen.

FBI-Beamte haben im November 2011 gut 100 Server sichergestellt, die Internetnutzer auf Websites von Kriminellen umleiteten. Betroffen sind Computer, die mit einer Schadsoftware infiziert sind, die sich «DNS-Changer» nennt und die Einstellungen des befallenen Computers verändert: Bei Abfrage populärer Webseiten wird der Benutzer über die Server der Kriminellen unbemerkt auf manipulierte Seiten mit betrügerischen Aktivitäten weitergeleitet.

Weil alleine in den USA rund eine halbe Million Computer infiziert waren und somit über die sichergestellten Server auf das Internet zugriffen, blieb dem FBI nichts anderes übrig, als die Server vorübergehend selber weiterzubetreiben – ohne Umleitung auf die betrügerischen Webseiten, versteht sich. Das wird sich nun ändern: Am 8. März sollen die Server abgeschaltet werden. Wer dann noch einen infizierten Computer hat, kommt nicht mehr ins Internet.

In Deutschland sind nach Angaben des FBI derzeit bis zu 33’000 Computer täglich betroffen. Die deutschen Behörden stellen nun einen Online-Test zur Verfügung, mit dem sich ganz einfach festgestellen lässt, ob der eigene Computer infiziert ist: www.dns-ok.de. Auch auf der Webseite www.dns-check.ch der Schweizer Stiftung Switch können Internet-Nutzer überprüfen, ob der eigene PC mit «DNS-Changer» infiziert ist, was die Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI sowie die Stiftung Switch allen Internetnutzern empfehlen: Die Schadsoftware sei auch in der Schweiz weit verbreitet.

Stellt sich heraus, dass der Computer vom «DNS-Changer» betroffen ist, soll man sich nach Empfehlung der MELANI an ein Computerfachgeschäft wenden. Windows-Anwender können auch mit der unter www.botfrei.de erhältlichen Software «DE-Cleaner» selber für Ordnung sorgen.

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Text:
  • Patrick Strub