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Wiedersehen mit dem Fotoalbum

Text:
  • Markus Koch
Bild:
  • Jupiterimages
Ausgabe:
25/08

Mit etwas Zeit und wenig Geld kann heute jeder seine digitalen Fotos in einem eleganten Bildband in Szene setzen.

Klein-Jonas bei seinen ersten Schritten, seine Schwester Nicole am Klavier, die glücklichen Eltern bei der Geburtstagsfeier: Vor allem bei Grosseltern und Lieblingstanten ist ein kleines Album mit den Schnappschüssen des Jahres ein gern gesehenes Weihnachtsgeschenk.

Bei den Schenkenden jedoch ist das Fotoalbum in Verruf geraten. Das Einkleben der Bilder mit Fotoecken will sich im Zeitalter der digitalen Fotografie niemand mehr antun. Aber die Präsentation als Diashow auf CD verbreitet definitiv zu wenig weihnachtliche Stimmung.

Die Lösung sind selbstgestaltete Fotobücher aus dem Internet, wie sie heute fast alle Fotodienste anbieten. Die Fotobücher sind nichts anderes als Alben, bei denen die Bilder nicht eingeklebt, sondern im Digitaldruck auf Papier gebracht werden.

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An den PC, fertig, los

Das Erstellen eines solchen Fotobuchs ist simpel. Man benötigt lediglich einen PC mit Internetanschluss, die auf Festplatte digitalisierte Fotosammlung sowie ein Programm, mit dem man die Bilder zu einem Bildband arrangieren kann. Solche Programme kann man kostenlos beim jeweiligen Fotobuchanbieter herunterladen, und sie funktionieren alle nach demselben Muster: Zuerst wird eine Vorlage, die das Layout und das Format festlegt, sowie die Art des Umschlags und der Bindung gewählt. Dann können Bilder und Texte auf den Buchseiten platziert werden.

Ist die Gestaltung abgeschlossen, gehen die Bilder und das Layout via Internet oder – bei langsamer Verbindung – auf CD an den Fotodienst. Etwa eine Woche später hält man das eigene Werk in Händen.

Die Qualität der Bildbände ist sehr hoch.Der «PC-Tipp» kam jüngst zum Schluss: «Die Produkte aller zwölf Testkandidaten liegen auf einem hohen Niveau.» Allerdings erreicht der Digitaldruck nie die Schärfe und Brillanz eines Abzugs auf Fotopapier.

Auch die Preise sind moderat. Ein gebundenes, rund 60-seitiges Fotobuch im A4-Format mit steifem Einband kostet je nach Anbieter zwischen 40 und 80 Franken plus Versand.

Doch sollte man sich bei der Wahl der Druckerei nicht nur vom Preis leiten lassen. Viel grösser und in der Praxis bedeutender sind die Unterschiede bei den Fotobuchprogrammen.

Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich

Funktionen wie Drehen, Vergrössern und Verkleinern sowie freie oder automatische Verteilung von Fotos auf den Seiten gehören zur Grundausstattung. Optionen wie Anpassung von Helligkeit, Schärfe und Kontrast unterscheiden sich aber in Umfang und Qualität.

Auch die Anzahl der Layoutvorlagen und Hintergrundmuster sowie der Einband-, Bindungs- und Formatvarianten ist je nach Anbieter verschieden. Die Art des Projekts, der persönliche Geschmack und die eigene Kreativität sind darum wichtige Kriterien für die Wahl des Fotodienstes. Es lohnt sich, die Optionen der Anbieter auf deren Homepages zu vergleichen und mehrere Programme auszuprobieren.

Der Vorteil des digitalen Fotobuchs liegt vor allem in der professionellen Aufbereitung der eigenen Bilder: Ein gedrucktes, gebundenes Buch wirkt edel und wird immer wieder gerne hervorgeholt. Wer es seinen Liebsten noch dieses Jahr unter den Weihnachtsbaum legen will, muss sich jedoch etwas sputen: Die meisten Fotolabors haben Lieferzeiten von mindestens fünf Tagen.

 

Eigener Bildband: So klappt es sicher

Das Erstellen eines Fotobuchs ist zwar keine Hexerei, erfordert aber Zeit und Geduld. Folgende Tipps helfen, die Qualität zu verbessern und den Aufwand zu minimieren:

  • Suchen Sie zuerst die Bilder für das Fotobuch aus und kopieren Sie sie in ein separates Verzeichnis auf der Festplatte.

  • Wenn Sie ein Bildbearbeitungsprogramm wie IrfanView oder Photoshop besitzen, optimieren Sie die Fotos damit, auch wenn das Fotobuchprogramm diese Funktionen auch bietet.

  • Achten Sie auf ausreichende Auflösung der Bilder. Für kleine bis mittelgrosse Fotos sind drei Megapixel ausreichend. Doppelseitige Panoramafotos sollten mindestens fünf Millionen Pixel gross sein.

  • Wenn Sie Texte anfügen, schreiben Sie sie erst in einem Textverarbeitungsprogramm mit Rechtschreibkorrektur. Das Kopieren in die Textfelder der Fotobuchsoftware ist praktischer, als direkt hineinzuschreiben.

  • Wählen Sie immer eine richtige Bindung für Ihren Bildband. Geheftete Bücher sind zwar billiger, sehen aber auch so aus. Die Wahl des Einbands (Soft- oder Hardcover, Leinen, Leder) beeinflusst das Resultat ebenfalls stark – leider auch Preis und Lieferzeit.

  • Fotos brauchen Raum, um zu wirken. Platzieren Sie deshalb nicht zu viele auf einer Seite.

  • Übertreiben Sie es nicht mit den Hintergrundmustern. Das Wichtigste sollten Ihre Bilder sein.

© Beobachter Ausgabe 25 vom 11. Dez 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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