Beim Beobachter-Beratungszentrum gehen regelmässig Meldungen zur Website maps24-routenplaner.online ein, die einen Online-Routenplaner anbietet. Auch unter etlichen anderen Domains ist derselbe Service in ähnlichem Design abrufbar. Wer sich mit seiner E-Mail-Adresse für einen dieser Online-Routenplaner registriert, stimmt einer 24-monatigen Mitgliedschaft zum Preis von 500 Euro zu. So steht es in kleiner Schrift und leicht übersehbar in der Randspalte der Website.

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Dass es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt, stellt man allerdings meist erst nach der Registrierung fest: Wenn man eine Bestätigungs-E-Mail von maps24-routenplaner.online erhält, in der man zur Vorauszahlung der Summe aufgefordert wird.

Auf diese Zahlungsaufforderung muss nicht reagiert werden. Denn das Angebot der Website ist irreführend. In der Schweiz gilt seit 01. Juli 2015 die sogenannte «Button-Lösung», wonach kostenpflichtige Angebote im Internet gut sichtbar und deutlich lesbar beim dazugehörigen «Absenden»-Button deklariert sein müssen: Entweder in Form des Preises auf der Schaltfläche zur Annahme des Angebots selbst oder indem der Preis in unmittelbarer Nähe der Schaltfläche steht.  

maps24-routenplaner.online hat zwar kürzlich aufgerüstet und «kostenpflichtig bestellen!» auf den Button geschrieben. Doch der Preis von 500 Euro steht immer noch am rechten Bildrand versteckt und nicht in unmittelbarer Nähe des Buttons. Es kommt zu keinem gültigen Vertrag. Man muss also nicht zahlen.

Update vom 13. September 2016

Dieser Online-Routenplaner wird über mehrere Domains im Internet angeboten: 

 

  • routenprofi.net
    Die dazugehörige Zahlungserinnerung wird von einer WEB Media GmbH aus Frankfurt am Main ausgestellt.
    Erste Zahlungsaufforderung (.jpg)
    Zweite Zahlungsaufforderung (.jpg)
     
  • online-routenplaner.to
    Die dazugehörige Zahlungserinnerung wird von einer Solution 24 GmbH aus Frankfurt am Main ausgestellt.
     
  • maps-navi.info (derzeit nicht mehr aktiv)
    Die dazugehörige Zahlungserinnerung, ausgestellt von Dach-24 GmbH (.jpg)
    Ein Beispiel, wie aggressiv die Firma vorgeht (.pdf)
     
  • maps-routenplaner.net (derzeit  nicht mehr aktiv)
    Die dazugehörige Zahlungserinnerung, ausgestellt von Media Work bzw. Control GmbH (.pdf)
     
  • maps-24.info (derzeit nicht mehr aktiv)

     
    Unter allen unterschiedlichen Namen und Internetadressen versucht der Anbieter, seine unberechtigten Ansprüche auf äusserst aggressive Weise durchzusetzen. Auf diese Forderung müssen Sie NICHT eingehen.
Update vom 07. März 2017

Neue Drohung: «Pfändung Ihrer Wertgegenstände»

Das Vorgehen der Routenplaner-Anbieter (wie z.B. gps-routenplaner.net, routenplaner-maps.online) wird immer dreister. Neuerdings verschicken sie per E-Mail die Androhung, dass wegen ausbleibender Zahlung ein «Vollstreckungstitel bei Gericht» erwirkt worden sei.

«Aus diesem Grund wird Sie ein Gerichtsvollzieher besuchen, um Ihre Wertgegenstände zu pfänden», droht die beauftragte Inkassoabteilung der Solution 24 GmbH in Frankfurt am Main. «Sollten Sie nicht zu Hause sein, wird ein Schüsselfunddienst hinzugezogen, der die Türe öffnen wird.» Wenn man Widerstand leiste, werde die Polizei gerufen. 

Dass Inkassobüros auf harsche Weise auftreten, ist alltäglich. «Doch diese massiven Drohungen übersteigen das übliche Mass deutlich», sagt Doris Huber vom Beobachter-Beratungszentrum. Aber sie beruhigt: Man soll sich von den üblen Drohungen nicht einschüchtern lassen: «Hunde, die bellen, beissen nicht.»

Update vom 23. November 2017

Nun wird mit der Staatsanwaltschaft gedroht

Zuletzt war es die Androhung einer Pfändung, nun versuchen es die Routenplaner-Anbieter (wie z.B. maps24-routenplaner.online) mit noch härteren Bandagen.

« (…) sehen wir uns nunmehr gezwungen, SOLLTEN WIR NICHT UNVERZÜGLICH DEN ZAHLUNGSEINGANG FESTSTELLEN, die zuständige Staatsanwaltschaft einzuschalten», heisst es in den neusten E-Mails, die verschickt werden.

Auch weiterhin gilt: Nicht auf die Forderung eingehen. «Diese E-Mail können Sie löschen», so Nicole Müller vom Beobachter-Beratungszentrum.

Die E-Mail im Wortlaut:

 

Betreff: Übergabe an die Staatsanwaltschaft - Kundennummer xxxxxx - Rechnungsnummer xxxxx 

Sehr geehrtes Mitglied von www.maps24-routenplaner.online!

Da wir bis heute trotz mehrmaliger Mahnungen noch immer keinen Zahlungseingang von Ihnen verzeichnen konnten, sehen wir uns nunmehr gezwungen, SOLLTEN WIR NICHT UNVERZÜGLICH DEN ZAHLUNGSEINGANG FESTSTELLEN, die zuständige Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Wer eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, mit der Absicht diese nicht zu bezahlen, macht sich zumindest des versuchten Betrugs strafbar, dieser Umstand genügt, um eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten.

Wie Ihnen bereits bekannt ist, wurden sämtliche Verbindungen, Eingaben und Nutzungen auf dem Server protokolliert.

Nur durch die SOFORTIGE Begleichung des offenen Betrages, können Sie diese unschöne Angelegenheit endlich aus der Welt schaffen, andernfalls müssen Sie mit den bisher genannten Konsequenzen und negativen Auswirkungen rechnen.

Sie haben erworben:

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24 Monate Mitgliedschaft bei www.maps24-routenplaner.online

Mitgliedsbeitrag 500,00 Euro

Leistung: 24 Monate die aktuellsten Routenpläne, online bereitgestellt zur uneingeschränkten Nutzung Die Abrechnung erfolgt im Voraus laut unseren Nutzungsbedingungen, einsehbar unter www.maps24-routenplaner.online/nutzungsbedingungen

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Rechnungsbetrag: 500,00 Euro inkl. der gesetzlichen MwSt.
Zusätzlich sind durch den Zahlungsverzug bereits Mahnspesen in der Höhe von 30,00 Euro angefallen.

Wir fordern Sie LETZTMALIG auf, den offenen Betrag von 530,00 Euro UNVERZÜGLICH zu begleichen, um weitere Kosten und Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Sollten Sie keine Zahlung vornehmen, werden wir UNVERZÜGLICH rechtliche Schritte gegen Sie einleiten, die dadurch entstehenden Anwalts-, Gerichts- und Inkassokosten werden wir Ihnen natürlich zusätzlich in Rechnung stellen.

Sie haben die Anmeldeprozedur auf der Internetseite www.maps24-routenplaner.online folgendermaßen durchgeführt:

1. Eingabe Ihrer E-Mail Adresse in die Anmeldemaske
2. Setzen des Häkchens bei "Nutzungsbedingungen akzeptieren"
3. Betätigung des Buttons "Registrieren"

Zur genauen Bestimmung Ihrer Identität, wurden Ihre Daten bei der Registrierung auf dem Server gespeichert:

Ihre Anmeldedaten:

E-Mail Adresse: xxxxxxx@xxxxxx.ch
Anmeldezeitpunkt: xx.xx.xx xx:xx
IP Adresse: xx.xx.xx.xxx (dient zur eindeutigen Identifizierung des Computers)
Internetprovider: xxxxxx

Die 24 Monate Mitgliedschaft kostet 500,00 Euro, dieser Hinweis ist auf der Startseite, sowie in den Nutzungsbedingungen, welche beim Registrieren akzeptiert wurden und auf www.maps24-routenplaner.online/nutzungsbedingungen einsehbar sind deutlich lesbar.

Bitte beachten Sie § 356 BGB ABS 5:
Das Widerrufsrecht erlischt bei einem Vertrag über die Lieferung von nicht auf einem körperlichen Datenträger befindlichen digitalen Inhalten auch dann, wenn der Unternehmer mit der Ausführung des Vertrags begonnen hat, nachdem der Verbraucher

1. ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Unternehmer mit der Ausführung des Vertrags vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnt, und
2. seine Kenntnis davon bestätigt hat, dass er durch seine Zustimmung mit Beginn der Ausführung des Vertrags sein Widerrufsrecht verliert.

Durch die Registrierung, müssen Sie zwingend unsere Nutzungsbedingungen akzeptieren, in denen diese Hinweise zum Widerrufsrecht zu finden sind.

Durch Ihre bei Vertragsabschluss am xx.xx.xxxx xx:xx gespeicherte IP Adresse xx.xxx.xx.xxx kann die hinter der IP Adresse stehende natürliche Person mit Anschrift, in Ihrem Fall durch den Internetprovider xxxxxxx, ausfindig gemacht werden.

Da Sie nachweislich den Dienst in Anspruch genommen haben, fordern wir Sie auf, den Betrag unverzüglich zu bezahlen, um weitere Kosten und Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Update vom 15. Dezember 2017

Übergabe an die Staatsanwaltschaft

Die Verantwortlichen der Online-Routenplaner bauen weiter Druck auf. Auch für folgendes Schreiben, das derzeit versandt wird, gilt: Nicht darauf reagieren.