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Abgesagte Operation

Gewichtiges Argument

Text:
  • Urs Zanoni
Bild:
  • Peter Lauth
Ausgabe:
19/04

Im Spital Uster konnte ein Patient nicht operiert werden, weil die Operationstische zu schwach sind.

Erich Conzett, 39, hatte bereits ein Beruhigungsmittel erhalten. In wenigen Minuten sollten, unter Vollnarkose, die Scheidewände seiner Nase gerichtet werden. «Doch plötzlich kam Hektik auf», so Conzett. Kurz darauf erfuhr er den Grund: Mit seinen 149 Kilogramm sei er zu schwer für die Operationstische im Spital Uster. Deren Belastungsgrenze liegt bei 135 Kilogramm. Man schickte Conzett nach Hause.

Spitaldirektor Andreas Mühlemann bedauert den Vorfall: «Selbstverständlich war es ein Fehler, Herrn Conzett aufzubieten.» Doch sei es das erste Mal, dass man bei den fünf Operationstischen an die Grenze gestossen sei.

Die Gewichtslimite legt jedes Spital nach den eigenen Bedürfnissen fest. Heute liegt sie in der Regel deutlich höher als 135 Kilogramm – es gibt immer mehr Menschen, die stark übergewichtig sind. Die Tische etwa, die das Rätische Kantons- und Regionalspital in Chur derzeit beschafft, sind auf ein Patientengewicht von 160 Kilogramm ausgelegt. Dazu können gut und gern 30 Kilogramm für Geräte und Operationszubehör kommen.

Was passiert aber mit einem Notfallpatienten, der zu schwer ist? «Als Erstes würde man ihn stabilisieren und dann in ein anderes Spital verlegen», sagt Andreas Mühlemann. Falls dies nicht mehr möglich sei, müsste man bezüglich der Liege improvisieren. Mühlemann stellt in Aussicht, dass sich das Spital Uster auf höhere Belastungsgrenzen ausrichten wird.

Derweil wartet Erich Conzett auf einen neuen Termin – und auf eine Umtriebsentschädigung

© Beobachter Ausgabe 19 vom 16. Sep 2004 - Alle Rechte vorbehalten

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