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Gesundheit

Frost ohne Frust

Text:
  • Vera Bueller
Bild:
  • Archiv
Ausgabe:
22/06

Vitamine und Licht, gute Ernährung und viel Bewegung - wer sich sorgfältig auf den Winter vorbereitet, übersteht ihn gesünder.

«Rhino», «Adeno», «Corona», «Echo» oder «Parainfluenza»: Die Namen klingen wie exotische Pflanzen. Doch es handelt sich um jene Viren, die uns in der kalten Jahreszeit zu schaffen machen. Erst kratzt der Hals, dann läuft die Nase, es folgen Kopfschmerzen und Husten. Das beginnt allerdings nicht erst im Winter. «Problematisch sind vor allem die Übergangszeiten wie jetzt im Herbst», sagt der Luzerner Hausarzt Werner Messerli.

Doch den Viren und Bakterien ist der Mensch nicht hilflos ausgesetzt. Ein starkes Immunsystem ist die beste Waffe gegen die Angreifer. Für die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte genügen meist ein paar Verhaltensänderungen, wie sie Werner Messerli empfiehlt: «Keine überheizten Räume, regelmässige Bewegung im Freien, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise mit genügend Schlaf und Erholung.» Wichtig sei auch das Licht, um Depressionen vorzubeugen. «Ein schweres Gemüt schwächt den Körper: Es fehlt an Energie, Erreger abzuwehren.» Deshalb solle man - warm eingepackt - jeden Tag mindestens eine halbe Stunde ans Tageslicht gehen oder sich eine spezielle Lichttherapielampe anschaffen.

Sind die Schleimhäute trocken, muss die Luft feuchter werden. Luftbefeuchter sind aber eine zwiespältige Methode: Die Feuchtigkeit sollte in der Wohnung nicht 50 Prozent überschreiten, und die Geräte müssen regelmässig gereinigt werden. Sonst droht die Verbreitung von Schimmel und Bakterien. Werner Messerli hat einen weiteren Rat - für Nikotinsüchtige: «Das Rauchen stoppen. Der Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute zusätzlich.»

Dass man im Winter viele Vitamine zu sich nehmen sollte, ist bekannt - auch wenn Studien die vorbeugende Wirkung von Vitamin C bezweifeln. Es braucht aber keine Spezialpräparate. «Wer täglich Gemüse und Obst isst, ist gut versorgt», sagt Messerli. Beispiele sind «Vitaminbomben» wie Broccoli, Weisskohl, Wirsing, Lauch, Sellerie, Karotten, Salat, Kiwis und Äpfel.

Hilfe von Natur und Chemie


Jeder Mensch ist anders: Den einen tun Teeaufgüsse gut, den anderen Kneippkuren, Wechselduschen oder Sauna. Wieder andere fühlen sich durch Aromaölbäder gestärkt. Ein Tipp: Damit das Öl nicht nur auf dem Wasser schwimmt, verrührt man die Tropfen in einer halben Tasse Milch und schüttet das Ganze ins Badewasser.

Viele schwören auf die Wundermittel Echinacea (Sonnenhutextrakt) und Umckaloabo (Wurzelextrakt aus einer südafrikanischen Pflanze). Echinacea soll das Immunsystem zwar tatsächlich stärken, sobald sich eine Erkältung ankündigt. Allerdings verliert sich die Wirkung, wenn man den Extrakt länger nimmt.

Was Werner Messerli für Risikogruppen uneingeschränkt empfiehlt, ist die jedes Jahr zu wiederholende Grippeimpfung (siehe auch www.bag.admin.ch). Damit meint er nicht nur Menschen über 65 Jahre und Chronischkranke: «Es gilt auch für Personen, die aus beruflichen Gründen viel mit anderen Menschen in Kontakt sind. Sie laufen nicht nur Gefahr, sich selber anzustecken, sondern auch, andere anzustecken.»

© Beobachter Ausgabe 22 vom 25. Okt 2006 - Alle Rechte vorbehalten

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