Gesundheits-Hotline: Akne
So kommen Sie mit heiler Haut davon Akne plagt vor allem Pubertierende. Doch gegen die Hautkrankheit ist ein Kraut gewachsen: Der Beobachter zeigt, welche Heilmethoden die Naturmedizin kennt.
Mitesser, entzündete Knötchen und Eiterpickel haben eines gemeinsam: Sie spriessen mit Vorliebe dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Was die Medizin unter «Akne» zusammenfasst, ist eine echte Volkskrankheit: Acht von zehn Jugendlichen leiden daran. Aber auch bei Erwachsenen können Akneschübe auftreten.
Akne ist eine Funktionsstörung der Talgdrüsen (Talg=Hautfett). Neben der Veranlagung spielt das männliche Sexualhormon Testosteron offenbar eine Schlüsselrolle: Es steuert auch die Aktivität der Talgdrüsen. In der Pubertät schwankt der Hormonspiegel sehr stark. Die Talgproduktion nimmt zu. Gleichzeitig wird der Talg zäher, und die Drüsenausgänge verhornen und verstopfen leicht. Es kommt zu Mitessern. Im gestauten Drüsengang siedeln sich Bakterien an, die eine Entzündung auslösen können. Die Folgen sind die bekannten Knötchen und Pickel.
Wunder darf man nicht erwarten
Akne tritt vor allem im Gesicht und am Oberkörper auf. Leichtere Formen kann man selber behandeln. Haben die Massnahmen keinen Erfolg oder sind die Symptome bereits stark ausgeprägt, ist ärztliche Hilfe angezeigt. Unbehandelte Akne kann entstellende Narben hinterlassen und das Selbstwertgefühl der Betroffenen nachhaltig schädigen.
Akne allein ist für junge Patientinnen und Patienten kaum je ein Grund, eine naturheilkundliche Praxis aufzusuchen. Jugendliche wollen nicht «keine Chemie» – sie wollen keine Pickel, und das subito. Die Werbung fördert diese Erwartungshaltung. Salben, Wässerchen und neuerdings auch Pflaster versprechen «porentiefe Reinigung gegen Bibeli und Mitesser» und «schnelle Hilfe bei allen Hautunreinheiten». Akne hat jedoch wenig mit mangelnder Hygiene zu tun; auch kann sie nicht über Nacht zum Verschwinden gebracht werden. Im Gegenteil: Selbst mit den stärksten Medikamenten kann es Monate dauern, bis eine Besserung sichtbar wird.
Wer seine Haut auf «natürliche» Weise heilen will, kommt um eine Änderung der Ess- und Trinkgewohnheiten nicht herum: wenig Alkohol, weniger Fett, nichts Süsses, keine scharf gewürzten oder geräucherten Speisen, dafür Gemüse, Früchte, Vollwertprodukte. Zwar lösen Schokolade und Salznüsse allein noch keine Akne aus. Doch neben Stress, bestimmten Kosmetika und Medikamenten sowie körperlichen Krankheiten können fette und süsse Nahrungsmittel eine bestehende Akne verschlimmern.
Eine ausgewogene Ernährung – wie überhaupt ein gesunder Lebensstil – wirkt sich günstig auf den Stoffwechsel aus und geniesst deshalb bei allen Naturheilmethoden einen hohen Stellenwert. Unterschiede zeigen sich bei der eigentlichen Behandlung:
- Die Kräuter- oder Phytomedizin empfiehlt hautberuhigende Gesichtspackungen und Öle, die die Vernarbung mildern. Dazu werden Heilkräuter eingenommen, die die Ausscheidung von Abfallstoffen aus Geweben und Blut fördern.
- In der Homöopathie soll ein verdünntes und individuell abgestimmtes Heilmittel die Abwehr- und die Lebenskräfte stärken und bei den entzündeten Hautstellen einen Heilungsprozess in Gang setzen.
- Die Akupunktur geht wie die Homöopathie von einem gestörten Gleichgewicht der energetischen Kräfte aus. Um die störenden Einflüsse zu beseitigen, werden an den Kanälen der Lebensenergie bestimmte Punkte mit Nadeln stimuliert.
- Die Naturheilkunde konzentriert sich auf differenzierte Ernährungsempfehlungen und das hormonelle Gleichgewicht. Eine so genannte osteopathische Behandlung dient dazu, die Blutversorgung der Haut und die Hirnanhangdrüse, die das Hormonsystem regelt, zu stimulieren.
Die Wahl der Methode hängt von den persönlichen Vorlieben ab; Kombinationen sind möglich. Eine 100-prozentige Erfolgsgarantie gibt es bei keiner Methode.
© Beobachter Ausgabe 18 vom 03. Sep 2000 - Alle Rechte vorbehalten
