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aktualisiert am 09. Feb 2012 10:40Kälteeinbruch

Wie verkraften Tiere die Kälte?

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  • Thinkstock Kollektion

Wie kommen eigentlich die Tiere mit der derzeitigen Kältewelle zurecht? Der Schweizer Tierschutz STS hat Infos und Tipps zusammengestellt. Wärmebilder aus dem Natur- und Tierpark Goldau zeigen zudem, wie gut Wildtiere geschützt sind.

Wärmebilder aus dem Tierpark Goldau

Aufnahmen einer Wärmebild-Infrarotkamera im Natur- und Tierpark Goldau machen deutlich, wie wirkungsvoll das Winterfell den Tierkörper isoliert: Wildtiere, die an unser Klima angepasst sind, sind durch ihr isolierendes Winterfell bestens vor der Kälte geschützt. Die Tiere verlieren nur an wenigen Stellen, wie Augen, Maul und Nase, Körperwärme. Die Stellen, die nicht durch das Winterfell geschützt werden, sind gelb bis rot gefärbt. Alle anderen Körperpartien sind isoliert, sie erscheinen im Wärmebild gleich wie die Oberflächentemperatur der Umgebung - also schwarz, blau oder violett.

Anders verhält es sich bei den Haustieren: Diese haben zum Teil ihren Kälteschutz im Laufe der Entwicklung und der Zucht verloren.

waermebild tierpfleger steinbock tierparkgoldau

Der Vergleich des Tierpflegers neben dem Steinbock zeigt, dass nur optimale mehrschichtige Winterbekleidung ähnlich gut schützt wie ein Winterfell. Hände und Gesicht dagegen verlieren viel Körperwärme. (Foto: Natur- und Tierpark Goldau)

waermebild wisent tierparkgoldau

Bei den Wisenten ist ausserdem ein Unterschied zwischen Jungtier und ausgewachsenen Tieren auszumachen. Jungtiere verlieren mehr Körperwärme. Aus diesem Grund dürfen sie in der Tiergruppe auch immer in der Mitte zwischen den Elterntieren liegen und sind dadurch zusätzlich geschützt. (Foto: Natur- und Tierpark Goldau)

waermebild schneehase tierparkgoldau

Der Schneehase drosselt zusätzlich die Durchblutung seiner Ohren und verhindert so einen Temperaturverlust an diesen exponierten Körperteilen. Die Ohren erscheinen also trotz weniger schützender Behaarung kalt und geben keine Körperwärme ab. Wenn der Schneehase ruht, nimmt er eine möglichst kugelige Form an. Damit erreicht er die kleinstmögliche Körperoberfläche, die am wenigsten Wärme abgibt. (Foto: Natur- und Tierpark Goldau)

waermebild stoerche tierparkgoldau

Was für uns Menschen unvorstellbar erscheint ist, sich bei diesen tiefen Temperaturen ins Wasser zu begeben. Wie halten das nur die Wasservögel oder die Störche aus? Das Wärmebild zeigt eindeutig, dass die Temperatur des Wassers doch um einige Grad höher ist, als die Temperatur des Schnees. Die Wasservögel sind durch ihr dichtes und gut eingefettetes Gefieder bestens vor einem Temperaturverlust geschützt. Ihre Beine, die nicht gefiedert sind, werden einfach weniger stark durchblutet – genau so, wie es der Schneehase mit seinen Ohren macht. (Foto: Natur- und Tierpark Goldau)

schweine

Interessant ist der Vergleich von Wildschwein und Hausschwein: Die Wärmebilder zeigen, dass die Behaarung unserer heutigen Hausschweine keinen wirksamen Kälteschutz mehr ergibt. Die Domestikation und die Zucht hat zwar mehr Fleisch hervorgebracht, dafür ist die Behaarung auf der Strecke geblieben. Aus diesem Grund sind die Haustiere auf einen Unterstand mit isolierendem Strohbett angewiesen. (Foto: Natur- und Tierpark Goldau)

 

Infos des STS

Der beste Schutz gegen die Kälte ist gute Isolierung. Wir Menschen hüllen uns in wärmende Kleidung, Tiere tragen Pelz oder wärmende Daunen unter dem Federkleid und fühlen sich - gut geschützt - auch an kalten Wintertagen draussen sichtlich wohl.

Bei einem gesunden Hund ist das Fell gemäss STS als natürlicher Wärmeschutz ausreichend. Zu beachten sei aber, dass kleine Hunde schneller frieren als grosse, und Tiere mit kurzhaarigem Fell – besonders junge oder alte Hunde – empfindlicher auf Minustemperaturen reagieren.

Während Hunde bei fast jedem Wetter begeistert draussen toben, sind Katzen eher wetterempfindlich. Eigenständig und unabhängig, wie sie sind, wollen sie selbst entscheiden, ob sie ins Freie gehen oder lieber drinnen bleiben. Wichtig ist: Wenn Katzen wirklich hinaus wollen, sollte stets ein Türchen für die Rückkehr ins warme Haus offenstehen.

Nutz- und Wildtiere in Not?

Draussen gehaltene Nutztiere benötigen neben genügend Futter und Wasser unbedingt einen trockenen, zugfreien und gut eingestreuten Witterungsschutz, der allen Tieren ausreichend Platz bietet. Idealerweise haben die Tiere die Möglichkeit, den ihnen zusagenden Bereich - sei dies Auslauf, Weide oder Stall beziehungsweise Unterstand - selber auszuwählen. Unter dieser Voraussetzung ertragen gesunde und ans Aussenklima gewöhnte Rinder, Schafe, Pferde, Hühner aber auch Ziegen und Schweine den Frost problemlos.

Ruhe statt Futter laute das Credo, wenn es um Wildtiere geht. Mit Kälte kommen einheimische Wildtiere gut zurecht. Sie sind dabei allerdings auf unsere Rücksichtnahme angewiesen, wie der STS betont: Wintersport abseits markierter Pisten und Wege schlägt Rehe, Gämsen, Schneehasen und Birkhühner in die Flucht, was sie im hohen Schnee viel Kraft kostet und wegen des hohen Energieverbrauchs bei wenig Nahrung und beschränkten Fettreserven lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann.

Vögel füttern?

Vögel sollen nur bei geschlossener Schneedecke oder hart gefrorenem Boden gefüttert werden. Ausserdem gilt: Vögel sind keine Allesfresser. Essensreste haben im Futterhäuschen nichts verloren. Das Futter muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen (siehe auch: «Vögel füttern - aber richtig»): Meisen mögen es, Körner von Fettknödeln zu picken, Finken und Spatzen bedienen sich am Futterhäuschen, Amseln und Rotkehlchen stöbern auch gerne im Komposthaufen, wenn die oberste Schicht umgedreht wird. (STS)

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