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KMU

Neuer Registerhai unterwegs

Text:
  • Martin Müller
Bild:
  • Jupiterimages Stock-Kollektion
Ausgabe:
21/09

Und wieder treiben Registerhaie ihr Unwesen: Firmen, die Rechnungen für überflüssige Registereinträge an Kleingewerbler und Selbständigerwerbende versenden.

Neuer Registerhai unterwegs

Es wird vorgegaukelt, die Rechnung stamme vom offiziellen Handelsregister. Solches Vorgehen taxiert das Bundes­gericht als unlauteren Wettbewerb und verurteilte etwa den Anbieter des «Registers für Handel und Industrie». Zudem will der Bundesrat das entsprechende Gesetz noch griffiger formulieren – doch die Geschäftemacher kümmert das wenig. Neu im Geschäft ist das «Zentral-Register-Handel der schweizerischen Wirtschaft» der Firma «Grewo – der Registerverlag» aus Zug. Alle Angaben, von Rechtsform bis Geschäftszweck, sind auf dem Schreiben an die Gewerbler schon vorgedruckt – weil sie aus dem offiziellen Handelsregister abgekupfert sind. 594 Franken will Grewo für den Eintrag.

Verschleudertes Geld, denn das Internet­register ist, wie die meisten Konkurrenz­produkte, nutzlos. Wer darin beispielsweise nach einem Bestattungsinstitut im Raum Bern (mit der Postleitzahl 3xxx) sucht, dem schlägt das Register nur eine Baumanagementfirma und ein Treuhandbüro vor. Grewo-Inhaber Rudolf Fischer weist die Vorwürfe zurück: Die Bezeichnung «Zentral-Register-Handel der schweizerischen Wirtschaft» unterscheide sich «derart stark» vom offiziellen Handelsregister, «dass jede Verwechslungsgefahr ausgeschlossen» werden könne. Zudem sei deutlich vermerkt, dass es sich nur um Offerten und nicht um Rechnungen handle. Schon ein einziger zusätzlicher Auftrag mache den Registereintrag bezahlt.

Einträge in solche Register sind nicht empfehlenswert. Wer bereits einen Vertrag unterschrieben hat, sollte dem Anbieter per Einschreiben mitteilen, man sei getäuscht worden und werde den Vertrag anfechten. 

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© Beobachter Ausgabe 21 vom 15. Okt 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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