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Mathew Awolola

Zukunft

Text:
  • Birthe Homann
Bild:
  • Gabi Vogt
Ausgabe:
1/12

«Ich möchte eine Lehre machen, aber ich kann nicht. Ich hoffe immer noch auf ein Wunder.» Mathew über die Zukunft.

Mathew Awolola, 
18, Flüchtling, 
Embrach-Rorbas ZH, Hobby: Fussball

«Manchmal bin ich schon etwas neidisch auf meine Freunde. Die können arbeiten, eine Ausbildung machen, planen – ich nicht. Dabei wünsche ich mir nichts 
sehnlicher, als eine Lehre zu machen, 
als Mechaniker oder Elektriker, und dann 
eine Familie zu gründen. Ganz einfach. Aber ich kann nicht.

Seit drei Jahren bin ich in der Schweiz. Ich stamme aus Nigeria. Meine Familie ist christlich, die Konflikte zwischen Moslems und Christen nahmen ständig zu. Eines Tages, inmitten von Tumulten und Totschlägen, musste ich fliehen. Meine Kirche half mir dabei. Meine Eltern habe ich 
seither weder gesprochen noch gesehen. Ich weiss nicht, ob sie noch leben.

Hier habe ich eine Art neue Familie ­gefunden, meinen Fussballklub Knonau-Mettmenstetten. Der Trainer ist wie ein Vater für mich. Ich bin Stürmer, spiele in der 1. Mannschaft. Auch andere, bessere Teams haben sich schon für mich inte­ressiert, sogar jemand vom Schweizer Fussballverband. Aber weil ich keinen 
gültigen Ausweis habe, kann ich den 
Kanton nicht verlassen und auch nicht 
für die Schweiz spielen.

Mein Asylgesuch wurde abgelehnt, 
ich warte auf meine Ausschaffung. Daran denke ich nicht gern – ich hoffe immer noch auf ein Wunder. Ich habe viel getan, um hier ‹anzukommen›: schnell Deutsch gelernt zum Beispiel. Einen Tag pro Woche arbeite ich in einer Schreinerei, und ich ­organisiere Freizeitaktivitäten für andere junge Flüchtlinge. Nächsten Frühling 
haben wir ein Fussball-Trainingslager in ­Spanien – hoffentlich habe ich bis dann ­einen Ausweis, sonst kann ich nicht mit. Das macht mich traurig.»

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© Beobachter Ausgabe 1 vom 03. Jan 2012 - Alle Rechte vorbehalten

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