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Prix Courage Preisverleihung

Ausgezeichneter Mut

Text:
  • Gian Signorell
Bild:
  • Christian Senti
  •  und Christine Bärlocher
Ausgabe:
20/07

Sie deckte 2006 auf, dass das Bundesamt für Gesundheit mit einer teuren PR-Kampagne die Volksinitiative zur Alternativmedizin torpedieren wollte − finanziert aus Steuergeldern. Caroline Kramer wurde darauf entlassen. Für ihren Mut erhielt sie nun den Publikumspreis des Prix Courage.

(Bild: Christine Bärlocher)

Der alte Güterbahnhof in Zürich, dem Abbruch geweiht, erstrahlte am Freitagabend in einem letzten Glanz. Rund 370 Gäste waren der Einladung an den Galaabend gefolgt, zu einem ganz besonderen Anlass, einem Jubiläum: Zum zehnten Mal verlieh der Beobachter den Prix Courage. Eine spezielle Aura sei diesem Anlass eigen, sagte Ralph Büchi, Chef der Verlagsgruppe Jean Frey, die den Beobachter herausgibt. Nicht Missen oder Stars seien die Helden dieses Abends, sondern gewöhnliche Menschen, aber ausgestattet mit viel Zivilcourage.

Frauen an vorderster Front

Etwa Caroline Kramer. Sie wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, der mit 10'000 Franken dotiert ist. Immer wieder, so betonte Beobachter-Chefredaktor Balz Hosang in seiner Laudatio, seien in den vergangenen Jahren Frauen ausgezeichnet worden, die persönliche Nachteile in Kauf genommen hätten, um ihren Grundsätzen treu zu bleiben.

Nahtlos in diese Reihe fügt sich Caroline Kramer. Dass das Bundesamt für Gesundheit 300'000 Steuerfranken für Behördenpropaganda gegen die Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» aufwenden wollte, fand sie nicht in Ordnung. Sie machte die Pläne publik, die Parlamentskommission rügte das Bundesamt, der PR-Auftrag wurde gestoppt - und Caroline Kramer verlor ihre Stelle. Die Leserinnen und Leser des Beobachters schätzten ihr Handeln anders ein. Kramer erhielt den Preis mit grossem Vorsprung vor den anderen Kandidatinnen und Kandidaten.

«Andere haben es besser gemacht»

Sie alle aber seien Sieger, sagte Franz Hohler, Jurypräsident des Prix Courage: «Ich bitte Sie, schon diese Nomination als Auszeichnung anzuschauen, als Zeichen des Respekts und der Wertschätzung Ihres Tuns.» Die Jury aber habe nur einen Preis zu vergeben. So ging die mit 25'000 Franken dotierte Auszeichnung an Paolo Dibartolo. Der 76-Jährige hatte definitiv die Sympathien des ganzen Saales auf seiner Seite, als er auf der Bühne mit verschmitztem Lächeln sagte, er sei erstaunt über den Entscheid der Jury, denn: «Andere haben es viel besser gemacht.»

Dabei hat Dibartolo ohne zu zögern seine Gesundheit, ja vielleicht sein Leben aufs Spiel gesetzt, als er mit ruhiger, aber fester Stimme zu dem um einen Kopf grösseren Angreifer sagte: «Hören Sie auf und werfen Sie das Messer weg!» Der Angreifer stand im Begriff, ein zweites Mal auf sein Opfer, eine Frau, einzustechen. Einmal mehr hat da Dibartolos Lebensmotto gute Dienste geleistet. Es lautet: «Du sollst die Menschen mit Höflichkeit behandeln.»

Bild Preisträger

Ihre ungewöhnliche Beherztheit brachte ihnen den Prix Courage ein: Paolo Dibartolo und Caroline Kramer


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© Beobachter Ausgabe 20 vom 26. Sep 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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