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Schlankheitstee

Durchgefallen

Text:
  • Andrea Haefely
Bild:
  • Nik Hunger
Ausgabe:
15/04

Angeblich fällt das Abnehmen dank Schlankheitstees leicht. Die abführend wirkenden Tees sind aber nicht ungefährlich.

(Bild: Nik Hunger)

Nomen est omen: «Sliming Herb», also schleimendes Kraut, hat der Übersetzer aus dem Schlankheitskraut (Slimming Herb) gemacht. Tatsächlich entpuppt sich das Mittel, das Gewichtsreduktion ohne Ernährungsumstellung verspricht, innert weniger Stunden untrüglich als Abführtee.

Die diversen Schlankheitstees, die in Asienläden oder via Internet verkauft und im Fernsehen beworben werden, enthalten Blätter und Schoten des Sennes-Strauchs, einer Pflanze mit stark abführender Wirkung. Die Tees können auch die Gesundheit schädigen und machen bei längerer Einnahme abhängig. Entsprechende Hinweise wie auch die Empfehlung, bei Schwangerschaft oder in der Stillzeit auf Sennes-Produkte zu verzichten, fehlen auf den meist ohnehin nur in Thai und Chinesisch beschrifteten Packungen. Zudem kann eine Verunreinigung des Rohstoffs mit Pestiziden nicht ausgeschlossen werden.

«Auf den Konsum solcher Tees sollte man unbedingt verzichten. Bei Herzproblemen können sie sogar fatale Folgen haben, da sie die Wirkung gewisser Herzmedikamente verstärken können», so Guido Brun, Geschäftsführer der St.-Peter-Apotheke in Zürich.

«Tees, die reines Senna enthalten, haben in Lebensmittelläden nichts verloren», sagt Karoline Mathys von der Heilmittelzulassungsstelle Swissmedic. «Solche Produkte sind zulassungspflichtige Arzneien. Grössere Mengen, die eine Einnahme über mehr als zwei Wochen erlauben, sind hierzulande sogar rezeptpflichtig. Deshalb wird diese Angelegenheit auf jeden Fall behördlich weiterverfolgt.»

© Beobachter Ausgabe 15 vom 22. Jul 2004 - Alle Rechte vorbehalten

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