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Sparen kostet extra

Text:
  • Anita Baumgartner
Ausgabe:
18/03

Wer etwas gegen steigende Prämien tun will und die Kosten für seine Krankenkasse senkt, wird zur Kasse gebeten.

Statt einfach eine Pille aus der Blisterpackung zu drücken,

hantiert Horst Trepte erst mal mit einem speziellen Gerät:

Mit dem Tablettenschneider viertelt er millimetergenau eine

80-Milligramm-Pille seines Blutdrucksenkers, um auf die tägliche

Dosis von 20 Milligramm zu kommen.

Dadurch spart der 67-Jährige der Krankenkasse viel

Geld: Der Jahresbedarf seines Medikaments kostet dank der

Schneidearbeit nur noch Fr. 244.55. Würde er den bequemen

Weg wählen und jeden Tag eine ganze 20-Milligramm-Tablette

schlucken, wären es Fr. 981.85 – rund viermal mehr.

Die Versicherer müssten so viel Eigeninitiative fördern,

könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Auf der Abrechnung

seiner Krankenkasse, der Sanitas, fand Horst Trepte fein säuberlich

Fr. 11.50 für den Tablettenteiler ausgewiesen. «Das

ist widersinnig. So kann man seine Kundschaft doch nicht zum

Sparen erziehen», ärgert er sich.

Die Sanitas jedoch hat für derlei Kritik kein offenes

Ohr – wie die meisten anderen Versicherer: «Wir

erachten es als zumutbar, dass Versicherte diese Kosten selber

tragen», meinte die Krankenkasse. Zumal die Tabletten

auch mit einem Haushaltsmesser geteilt werden könnten.

Da irrt sie allerdings. Denn viele Pillen haben keine Bruchkanten

mehr oder sind mit einer Schutzschicht überzogen, gegen

die ein Haushaltsmesser nur schwer ankommt. Also hakte Horst

Trepte abermals bei der Sanitas nach – mit Erfolg: Jetzt

kostet der Tablettenschneider nur noch Fr. 2.30.

© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten

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