Sparen kostet extra
Wer etwas gegen steigende Prämien tun will und die Kosten für seine Krankenkasse senkt, wird zur Kasse gebeten.

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Statt einfach eine Pille aus der Blisterpackung zu drücken,
hantiert Horst Trepte erst mal mit einem speziellen Gerät:
Mit dem Tablettenschneider viertelt er millimetergenau eine
80-Milligramm-Pille seines Blutdrucksenkers, um auf die tägliche
Dosis von 20 Milligramm zu kommen.
Dadurch spart der 67-Jährige der Krankenkasse viel
Geld: Der Jahresbedarf seines Medikaments kostet dank der
Schneidearbeit nur noch Fr. 244.55. Würde er den bequemen
Weg wählen und jeden Tag eine ganze 20-Milligramm-Tablette
schlucken, wären es Fr. 981.85 rund viermal mehr.
Die Versicherer müssten so viel Eigeninitiative fördern,
könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Auf der Abrechnung
seiner Krankenkasse, der Sanitas, fand Horst Trepte fein säuberlich
Fr. 11.50 für den Tablettenteiler ausgewiesen. «Das
ist widersinnig. So kann man seine Kundschaft doch nicht zum
Sparen erziehen», ärgert er sich.
Die Sanitas jedoch hat für derlei Kritik kein offenes
Ohr wie die meisten anderen Versicherer: «Wir
erachten es als zumutbar, dass Versicherte diese Kosten selber
tragen», meinte die Krankenkasse. Zumal die Tabletten
auch mit einem Haushaltsmesser geteilt werden könnten.
Da irrt sie allerdings. Denn viele Pillen haben keine Bruchkanten
mehr oder sind mit einer Schutzschicht überzogen, gegen
die ein Haushaltsmesser nur schwer ankommt. Also hakte Horst
Trepte abermals bei der Sanitas nach mit Erfolg: Jetzt
kostet der Tablettenschneider nur noch Fr. 2.30.
© Beobachter Ausgabe 18 vom 05. Sep 2003 - Alle Rechte vorbehalten












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