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Volksinitiative

Darwin-Gegner machen mobil

Text:
  • Peter Johannes Meier
Bild:
  • Jupiterimages
Ausgabe:
5/09

Kreationisten lancieren Initiative: Neben Evolution soll an Schweizer Schulen auch die christliche Schöpfungsgeschichte gelehrt werden.

Das Darwin-Jahr ruft auch die heftigsten Kritiker des Naturforschers auf den Plan: Schweizer Kreationisten bereiten eine Volks­initiative vor, die einen «wertneutralen» Unterricht an den öffentlichen Schulen verlangt. Kon­kret soll künftig neben der Evolution auch die göttliche Schöpfung gelehrt werden. «Der Initiativtext wird zurzeit ausgearbeitet», sagt Gian Luca Carigiet, Präsident des Vereins ProGenesis. Einige hundert Anhänger der Schöpfungslehre dürften allerdings kaum in der Lage sein, die Unterschriften allein zu sammeln. «Wir wollen mit uns nahestehenden Parteien und Organisationen zusammenarbeiten», so Carigiet. Fündig dürfte ProGenesis vor allem in der freievangelikalen Szene werden. Mit der Unterschriftensammlung soll voraussichtlich Ende Jahr begonnen werden.

ProGenesis will sich nicht als fundamentale Gegnerin der Evolutionslehre verstanden wissen. Carigiet: «Eine Mikroevolution innerhalb der bestehenden Arten sehen wir als erwiesen an.» Doch die Entstehung der Arten selbst könne nur auf einen Schöpfer zurückgeführt werden. Ein Grund für die Initiative sei der «zunehmende soziale Druck» auf Schüler, die an die Schöpfungslehre glaubten.

Für Anton Strittmatter, Leiter Pädagogische Arbeitsstelle beim Lehrerverband LCH, kommt es nicht in Frage, dass der Kreationismus auf eine Stufe mit der Evolutionslehre gestellt wird. «Schöpfungslehren sind religiö­se Weltmythen, die als solche im Unterricht durchaus thematisiert werden sollen.» Tatsächlich gibt es eine Tendenz, Religionen in Verbindung mit Ethik und Kulturgeschichte als Pflichtfach in die Lehrpläne aufzunehmen. So auch in den Grundlagen zum ersten einheitlichen Lehrplan für die Deutschschweiz, der zurzeit in Vernehmlassung ist. Anderer Meinung ist Strittmatter, wenn es um den Biologieunterricht geht. «Hier haben solche Lehren keine Berechtigung.»

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