Ernährung
Berliner verboten!
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- Stock-Kollektion colourbox.com
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- 19/09
An den höheren Schulen Basels wird der Verkauf von Süssem verboten: Cola, Eistee und Berliner stehen auf dem Index. Die Schüler murren – ein wenig.

Aus dem Angebot gestrichen: Basel-Stadt sagt dem Zucker an den Schulen den Kampf an.
«Gebt uns unsere Schoggiweggli, Streusel und Donuts zurück!», fordert ein Schüler des baselstädtischen Gymnasiums Bäumlihof auf der Internetplattform Facebook. Seit Beginn des neuen Schuljahrs müssen Basler Gymnasiasten, Fachhochschüler und Gewerbeschüler auf süsses Naschwerk verzichten. Es sei denn, sie bringen es aufs Schulgelände mit. An den Schulen selber darf solches nämlich nicht mehr verkauft werden: Mensen und Schoggistängel-Automaten sind seit den Sommerferien «süssgesäubert».
Also keine Cola mehr, keinen Eistee – stattdessen Säfte und Früchte. Weder Mars noch Snickers, Balisto statt Bounty. Auch Vanilleplunder, Streusel und Donuts sind nicht mehr zu haben. An der Allgemeinen Gewerbeschule protestierte zwar ein mageres Trüppchen Schüler gegen diese zuckerpolizeiliche Säuberung: Man verkaufte die Schokoriegel in der Mensa halt selber. Auf Facebook waren ein paar murrende Stimmen von Basler Gymnasiasten zu vernehmen. Doch eine Massenbewegung sieht anders aus.
Die Frage stellt sich trotzdem: Soll man volljährigen Schülerinnen und Schülern vorschreiben, was sie zu futtern haben? Der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann (Liberale) sagt: «Wenn der Kanton auf der Volksschulstufe ein gesundes und schmackhaftes Znüni durchsetzt, kann er nicht gleichzeitig in den höheren Schulen den Konsum von Esswaren zulassen, die den Minimalstandards gesunder Ernährung grundsätzlich widersprechen.» Anschlussfrage: Warum dann in der Mensa nicht auch Pommes frites und Bratensauce verbieten? «Die Nahrungspyramide sagt: Es darf auch einmal gesündigt werden, aber nicht immer», so Eymann. Ganz konsequent ist das nicht.
Kritik kommt auch von den privaten Mensabetreibern. «Die Schüler kaufen jetzt halt im Laden um die Ecke ein.» Anders formuliert: Ein solches Verbot bringt wenig – schadet aber den Mensabetreibern. Die haben natürlich einiges zu verlieren, denn die Umsätze dürften einbrechen. Müssen demnach die Menüpreise erhöht werden? Der Kanton möchte dies verhindern, indem er die Betreiber für die entgangenen Einnahmen entschädigt.
Spätestens 2010 sollen im Kanton Basel-Stadt das letzte Schoggiweggli und der allerletzte Donut über die Mensatheke einer staatlichen Schule wandern – dann ist definitiv Schluss. Der einsame Schrei eines Basler Gymnasiasten auf Facebook wird wohl folgenlos im Nirwana des Internets verhallen: «All we need are f***ing donuts.»
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© Beobachter Ausgabe 19 vom 17. Sep 2009 - Alle Rechte vorbehalten
Ernährung
Berliner verboten!
An den höheren Schulen Basels wird der Verkauf von Süssem verboten: Cola, Eistee und Berliner stehen auf dem Index. Die Schüler murren – ein wenig.
Aus dem Angebot gestrichen: Basel-Stadt sagt dem Zucker an den Schulen den Kampf an.
«Gebt uns unsere Schoggiweggli, Streusel und Donuts zurück!», fordert ein Schüler des baselstädtischen Gymnasiums Bäumlihof auf der Internetplattform Facebook. Seit Beginn des neuen Schuljahrs müssen Basler Gymnasiasten, Fachhochschüler und Gewerbeschüler auf süsses Naschwerk verzichten. Es sei denn, sie bringen es aufs Schulgelände mit. An den Schulen selber darf solches nämlich nicht mehr verkauft werden: Mensen und Schoggistängel-Automaten sind seit den Sommerferien «süssgesäubert».
Also keine Cola mehr, keinen Eistee – stattdessen Säfte und Früchte. Weder Mars noch Snickers, Balisto statt Bounty. Auch Vanilleplunder, Streusel und Donuts sind nicht mehr zu haben. An der Allgemeinen Gewerbeschule protestierte zwar ein mageres Trüppchen Schüler gegen diese zuckerpolizeiliche Säuberung: Man verkaufte die Schokoriegel in der Mensa halt selber. Auf Facebook waren ein paar murrende Stimmen von Basler Gymnasiasten zu vernehmen. Doch eine Massenbewegung sieht anders aus.
Keine freie Wahl beim Sündigen
Die Frage stellt sich trotzdem: Soll man volljährigen Schülerinnen und Schülern vorschreiben, was sie zu futtern haben? Der Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann (Liberale) sagt: «Wenn der Kanton auf der Volksschulstufe ein gesundes und schmackhaftes Znüni durchsetzt, kann er nicht gleichzeitig in den höheren Schulen den Konsum von Esswaren zulassen, die den Minimalstandards gesunder Ernährung grundsätzlich widersprechen.» Anschlussfrage: Warum dann in der Mensa nicht auch Pommes frites und Bratensauce verbieten? «Die Nahrungspyramide sagt: Es darf auch einmal gesündigt werden, aber nicht immer», so Eymann. Ganz konsequent ist das nicht.
Kritik kommt auch von den privaten Mensabetreibern. «Die Schüler kaufen jetzt halt im Laden um die Ecke ein.» Anders formuliert: Ein solches Verbot bringt wenig – schadet aber den Mensabetreibern. Die haben natürlich einiges zu verlieren, denn die Umsätze dürften einbrechen. Müssen demnach die Menüpreise erhöht werden? Der Kanton möchte dies verhindern, indem er die Betreiber für die entgangenen Einnahmen entschädigt.
Spätestens 2010 sollen im Kanton Basel-Stadt das letzte Schoggiweggli und der allerletzte Donut über die Mensatheke einer staatlichen Schule wandern – dann ist definitiv Schluss. Der einsame Schrei eines Basler Gymnasiasten auf Facebook wird wohl folgenlos im Nirwana des Internets verhallen: «All we need are f***ing donuts.»
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