Lebensmittelallergien
Eine Frage der Gene
Etwa 7 von 100 Kindern leiden unter einer Nahrungsmittelallergie. Und es werden immer mehr. Welche Möglichkeiten haben Eltern, wenn sich beim Nachwuchs eine Allergie offenbart?
Nahrungsmittelallergien gehören heute zu den häufigsten allergischen Erkrankungen im Kindesalter. Bei einer Allergie reagiert der Körper auf an sich harmlose tierische oder pflanzliche Eiweisse. Oft kommt es dabei zu Juckreiz an den Lippen und im Hals oder zu einem pelzigen Gefühl im Mund. Es können auch Schwellungen im Mund-Hals-Bereich auftreten. Weitere mögliche Symptome sind Erbrechen, Magen- oder Bauchkrämpfe und Durchfall, Ekzeme, Nesselausschlag oder Asthmaanfälle. Selten ist eine allergische Allgemeinreaktion bis hin zum lebensbedrohlichen Schock.
Ob Menschen eine Nahrungsmittelallergie entwickeln, hängt in erster Linie von ihrer genetischen Veranlagung ab. Sind etwa Vater und Mutter Allergiker, beträgt die Wahrscheinlichkeit rund 80 Prozent, dass das Kind ebenfalls an Allergien leiden wird. Da die Darmschleimhaut von Säuglingen noch nicht fertig entwickelt ist, reagieren empfindliche Babys leicht auf Kuhmilch oder Hühnereier. Auch im Kindesalter sind die häufigsten Allergieauslöser Kuhmilch und daraus hergestellte Produkte. Dazu kommen Hühnereier, aber auch Fisch, Sellerie, Nüsse, Soja, Gewürze und Kräuter. Durch das viel grösser gewordene Nahrungsmittelangebot gibt es aber auch vermehrt Allergien auf Erdnüsse, Sojaprodukte und Krustentiere.
Weil ein Nährstoffmangel während des Wachstums recht schnell auftritt, dürfen verdächtigte Lebensmittel nicht einfach so weggelassen werden. Bei Anzeichen für eine Nahrungsmittelallergie ist die Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ernährungsberaterin sehr wichtig, damit allfälligen Mängeln vorgebeugt werden kann. Ein Tagebuch, in dem die gegessenen Nahrungsmittel und die aufgetretenen Symptome sorgfältig notiert werden, gibt erste Hinweise. Anschliessend werden sogenannte Pricktests durchgeführt, wobei das fragliche Lebensmittel auf die leicht eingeritzte Haut aufgetragen wird. Auch spezielle Bluttests können weiterhelfen.
Allergien können auch verschwinden
Sobald die ärztliche Diagnose sicher ist, besteht die Therapie darin, die entsprechenden Lebensmittel konsequent zu meiden. Was nicht immer einfach ist, denn die allergieauslösenden Bestandteile können in vielen Fertigprodukten vorkommen. Heilbar sind Nahrungsmittelallergien bis heute nicht. Immerhin bestehen bei Allergien auf Milch oder Eier im Baby- und Kleinkindalter gute Chancen, dass diese sich auswachsen. Dazu muss das entsprechende Lebensmittel während zweier bis dreier Jahre konsequent gemieden werden. Andere Allergien, etwa auf Nüsse oder Fisch, bleiben meist lebenslang bestehen.
Allergien vorbeugen
- Babys sollten mindestens sechs Monate lang voll gestillt werden.
- Neue Studien deuten darauf hin, dass eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren (Fischöl- oder Algenölkapseln) in den letzten Monaten der Schwangerschaft hilft, Allergien beim Baby vorzubeugen.
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© Beobachter Ausgabe 5 vom 05. Mär 2008 - Alle Rechte vorbehalten

