Molke

Weder Wundermittel noch Teufelswerk

Text:
  • Vera Sohmer
Bild:
  • Paul-Georg Meister / pixelio.de
Ausgabe:
3/09

«Fitnessdrink», «Schlankmacher», «Schönheitselixier» – glaubt man den Anbietern, ist Molke ein «natürlicher Alleskönner»: fettarm, reich an hoch­wertigem Eiweiss, Vitami­nen und Mineralstoffen. Ernährungsexperten sehen es nüchter­ner.

«Molke ist kein Wundergetränk, wie sie oft angepriesen wird; und sie macht unausgewogene Er­nährung nicht besser», sagt Marion ­Wäf­ler von der Schwei­ze­ri­schen Gesellschaft für Er­näh­rung. «Im Rahmen einer aus­gewo­genen Ernährung kann Molke gele­gent­lich eingesetzt werden, als reiner Durst­­­lö-scher taugt sie wegen des hohen Milch­zucker­anteils aber nicht.» Wäf­ler warnt zudem vor Molke-Fastenkuren oder -Diäten, die zu Mangel­­­erschei­nun­gen führen könn­ten.

Molke ist ein Abfallprodukt aus Käsereien; in der Schweiz fallen jährlich 1,3 Mil­lionen Ton­nen an. Das Gros wird an Schweine verfüttert. Zirka ein Fünftel kommt als Bestandteil von Babynahrung, Kosmetika oder Well­ness­drinks in den Handel. Weil naturbelassene Mol­ke aber eher unappetitlich schmeckt, werden die Pro­duk­te mit Zucker und Aromen aufgepeppt.

Molke-Produkte seien eine «pfiffige Geschäftsidee», sagt Udo Pollmer, wissenschaftli­cher Leiter des Europäischen In­stituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaf­ten in München. Wer aber Milch­zucker nicht vertrage – in der Schweiz jeder fünfte Er­wachsene –, sollte bei Molke vorsichtig sein, gibt Pollmer zu bedenken. Molke-Eiweisse seien zudem oft an Allergien beteiligt. Auch stünden sie im Verdacht, Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1 ­aus­zulösen. Dies vor allem bei Säugling

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© Beobachter Ausgabe 3 vom 04. Feb 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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