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Weihnachtszeit

Gut gewürzt durch den Winter

Text:
  • Marianne Botta Diener
Bild:
  • Jupiterimages
Ausgabe:
25/08

Zimt und Lebkuchengewürze gehören nicht zufällig zur Adventszeit: Sie enthalten Stoffe, die gerade in der Grippesaison gesundheitsfördernd sind. Aber übertreiben sollte man es nicht damit.

Das im Zimt vorkommende Cumarin kann in grösseren Mengen Leber- und Nierenschäden verursachen.

Wer kann beim Gedanken an Weihnachten den Duft von Zimtsternen und Lebkuchen nicht schon förmlich riechen? Und: Die darin enthaltenen Gewürze machen uns nicht nur den Mund wässrig, sondern haben auch gesundheitliche Wirkungen. Lebkuchengewürz etwa ist eine Mischung aus Nelken, Muskat, Kardamom, Koriander, Piment und Zimt – und es ist durchaus sinnvoll, diese Gewürze im Winter zu konsumieren. Nelken beispielsweise wirken desinfizierend und schmerzlindernd: Sie können helfen, mühsame Erkältungen und Grippeerkrankungen besser und schneller zu überstehen.

Auch Kardamom wirkt bakterientötend. Zudem hilft es gegen Verdauungsbeschwerden – ein Dessert wie Lebkuchenmousse kann also dazu beitragen, dass man die vorangegangene Bernerplatte besser verdaut. Kardamom löst darüber hinaus hartnäckigen Hustenschleim. Ähnlich wirkt Koriander. Muskat wiederum hat eine stimmungsaufhellende, appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung. Zimt, der im Lebkuchengewürz dominiert, gilt ebenfalls seit der Antike als Heilmittel: Er wirkt unter anderem blutstillend und krampflösend.

Doch neben den positiven Effekten haben die Weihnachtsgewürze gelegentlich auch unerwünschte Nebenwirkungen. Einige von ihnen können zum Beispiel Wehen auslösen. Deshalb sollten Schwangere Ingwer, Kardamom, Nelken und Zimt sparsam konsumieren. Andere negative Effekte treffen am ehesten Kinder, da ihre kleinen Körper rascher und heftiger auf schädliche Stoffe reagieren. Wer weiss etwa, dass bereits zwei Muskatnüsse für einen Erwachsenen tödlich sind? Bei Kindern sind schon kleinere Mengen gefährlich. Deshalb sollte Muskat stets zurückhaltend dosiert werden.

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Gefährliches Cumarin im Billig-Zimt

Auch das im Zimt vorkommende Cumarin hat es in sich. Es kann in grösseren Mengen Leber- und Nierenschäden verursachen. Cassia-Zimt, eine der zwei gehandelten Zimtsorten, weist sehr hohe Cumarinwerte auf. Cassia-, auch China-Zimt genannt, ist dunkler als Ceylon-Zimt. Da er zudem billiger ist, wird er in industriell hergestellten Produkten meist verwendet. Daher empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit, gekauftes Weihnachtsgebäck und andere zimthaltige Lebensmittel massvoll zu geniessen.

Kinder sollten pro Tag höchstens vier Zimtsterne oder einen kleinen Lebkuchen oder zwei zimthaltige Müesliriegel oder einen Teller zimthaltiges Müesli à etwa 75 Gramm essen. Auf der sicheren Seite sind Familien, wenn sie echten, teureren Ceylon-Zimt kaufen und damit selber backen. Er enthält nur wenig Cumarin.

 

Lebkuchengewürz

Selbstgemacht – mischen Sie die folgenden, fein gemahlenen Gewürz:

  • 1 Teelöffel Zimt
  • 0,25 Teelöffel Piment
  • 0,5 Teelöffel Nelken
  • 0,5 Teelöffel Muskatnuss
  • 0,125 Teelöffel Kardamom
  • 1 Teelöffel Koriander


Mischung gut verschlossen in einem kleinen Glas mit Schraubdeckel aufbewahren und gemäss Anleitung im Rezept verwenden.

© Beobachter Ausgabe 25 vom 11. Dez 2008 - Alle Rechte vorbehalten

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