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Schlusspunkt

Nur noch ein Minütchen

Text:
  • Mario Güdel
Bild:
  • Hendrik Jonas
Ausgabe:
14/09

Kennen Sie Chuck Norris? Vielleicht nicht. Aber er kennt Sie. Und er weiss, wo Sie wohnen. Denn Chuck Norris weiss alles. Und kann alles.

Kennen Sie Chuck Norris? Vielleicht nicht. Aber er kennt Sie. Und er weiss, wo Sie wohnen. Denn Chuck Norris weiss alles. Und kann alles.

Doch der Reihe nach. Chuck Norris ist ein US-amerikanischer Actionstar, sein Filmdebüt hatte er vor Urzeiten in einem Kung-Fu-Streifen mit dem schönen Titel: «Die Todeskralle schlägt wieder zu», später begeisterte er als unbesiegbarer Haudrauf-Gesetzeshüter in der Serie «Walker, Texas Ranger» auch auf deutschen TV-Kanälen. Jedenfalls hat er sich seinen Ruf als härtester Kerl der Welt redlich verdient.

Warum ich nun auf diesen Chuck Norris komme: Er ist der einzige Mensch, den ich kenne, der niemals schläft. Jedenfalls wird das so erzählt. Man sagt, er schlafe nicht, weil sein Körper sich nicht traut, ihm zu signalisieren, dass er müde ist – aus Angst, von Chuck vermöbelt zu werden.

Jedenfalls bewundere ich Chuck, den Supersiebesiech, weil er nie schläft. Unsereins würde das nie schaffen. Bekanntlich verpennen wir ja einen Drittel unseres Lebens.

Und das ohne eindeutigen Grund: Es ist wissenschaftlich nicht einmal restlos erwiesen, warum wir Schlaf brauchen.

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Trotzdem haben wir ständig zu wenig davon. Oder Sie etwa nicht? Na sehen Sie. Da ist doch jedes Minütchen kostbar, vor allem beim Aufstehen. Wie aber kommen wir zu diesen Minütchen? Indem wir sie woanders einsparen. Nur wo denn? Ich hätte da so ein paar Vorschläge:

  • Drängen Sie sich konsequent überall vor. Das spart Ihnen Minuten, die Sie in wertvollen Schlaf investieren können. Machen Sie sich deswegen kein Gewissen: Natürlich sind Drängler Grobiane – aber immerhin ausgeschlafene Grobiane.

  • Ersparen Sie sich den Wetterbericht: Das Wetter macht ohnehin, was es will. Tipp: Öffnen Sie am Morgen die Haustür, und es ist da.

  • Praktizieren Sie Multitasking: Wer mehrere Dinge gleichzeitig hinter sich bringt, spart Zeit. Mit ein bisschen Übung wird es Ihnen zum Beispiel mühelos gelingen, im Kopf die nächste Sitzung vorzubereiten, während Sie Sex haben.

  • Wenn dann die Sitzung da ist, können Sie nur hoffen, dass jemand eine Powerpoint-Präsentation vorführt. Längst ist die Folge bekannt: Powerpoint ein, Hirn aus. Alle schalten auf automatische Steuerung – wie früher in der Schule, wenn der Lehrer einen Film zeigte. Was liegt da näher, als die Gelegenheit für ein kleines Powernapping zu nutzen?

  • Lernen Sie die Technik des Sekundenschlafs. Profis holen damit während des Tages bis zu drei Stunden Schlaf heraus – völlig unbemerkt von ihren Mitmenschen.

  • Gestalten Sie Ihr persönliches Fernsehprogramm so, dass Sie dabei leicht ein erholsames Nickerchen einlegen können. Empfehlenswert sind Formel 1 und Tennis – beides ideale Einschlafhilfen. Wenn da so Autos im Kreis oder ein Ball gähn und her jetzt bin ich tatsächlich beim blossen Gedanken daran kurz eingenickt...


Apropos Einschlafhilfe: Chuck Norris legt sich übrigens nie ohne ein Nachtlicht ins Bett. Nicht etwa, weil er Angst vor der Dunkelheit hätte. Sondern die Dunkelheit vor ihm. 

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