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Editorial

Risiken und Nebenwirkungen

Text:
  • Remo Leupin
Ausgabe:
22/09

Es hüstelt, niest und schnieft wieder in Trams und Bussen. Die Grippezeit bricht an. «Imp­fen oder nicht?» – die Frage stellt sich diesen Herbst noch dringlicher als in den letzten Jahren.

Angesichts der befürchteten Schweinegrippepandemie raten die Weltgesundheitsorganisation und hiesige Behörden sogar, sich gegen die saisonale und die Schweinegrippe impfen zu lassen. Eine Massnahme, die Impfkritiker für übertrieben halten. Sie warnen vor «Alarmismus» und kritisieren, der H1N1-Impfstoff sei ungenügend getestet. Die Befürworter dagegen appellieren an unsere Mitverantwortung. Wer an der Grippe erkranke, gefährde auch sein Umfeld: den Nachbarn im Rentenalter, die schwangere Frau im Zug oder den herzinfarktgefährdeten Arbeitskollegen.

Was also tun? Dieses Beobachter-Extra kann Ihnen den Entscheid nicht abnehmen. Wir möchten Ihnen aber Entscheidungsgrundlagen liefern: Wie gefährlich ist die Grippe? Wer sollte sich impfen lassen? Was sind die Argumente der Befürworter und Gegner? In diesem Heft ist aber nicht nur von der Grippe die Rede. Thematisiert werden generell die Risiken und Nebenwirkungen von Impfungen. Und wir zeigen, worauf Eltern bei Kinderimpfungen achten müssen, welche Reiseimpfungen man vornehmen sollte oder was es mit dem Humanen Papillomavirus auf sich hat, das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann und gegen das sich viele junge Frauen impfen lassen.

Eine Entwarnung zum Schluss: Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn es um Sie herum hustet, rotzt und keucht. In den meisten Fällen handelt es sich nicht um eine Grippe, sondern um einen «grippalen Infekt» – eine Erkältung. Die «unechte Grippe» macht uns im Schnitt fünfmal pro Jahr das Leben schwer. Das ist kein Drama: In drei Tagen kommt sie, drei Tage bleibt sie – und nach drei weiteren Tagen ist der Spuk wieder vorbei.

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© Beobachter Ausgabe 22 vom 29. Okt 2009 - Alle Rechte vorbehalten

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