Gesundheit
Was tun bei Blut im Stuhl?
Peter W. hatte beim morgendlichen Stuhlgang hellrotes Blut im WC entdeckt. Der 52-Jährige wollte es auf sich beruhen lassen, da er sich gesund fühlte. Seine Frau jedoch macht sich Sorgen: Verwandte ihres Mannes haben Polypen. Das ist ein Warnsignal für Dickdarmkrebs.

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Der Rat des Medgate-Ärzteteams:
Blut im Stuhl ist ein Symptom, das man auf keinen Fall unterschätzen darf. Die Ursache einer Blutung kann von Hämorrhoiden bis Darmkrebs reichen. Viele Erkrankungen im Bereich des Darms führen dazu, dass die Schleimhaut verletzbarer ist und deshalb Blut in den Darmkanal gelangt.
Deshalb ist in jedem Fall eine genaue Abklärung nötig. Hinweise liefern mögliche Begleitbeschwerden wie Schmerzen, Brennen oder Jucken im Analbereich, Veränderungen der bisherigen Stuhlgewohnheiten oder Gewichtsverlust. Auch Alter und Geschlecht der betroffenen Person sowie die Einnahme von Medikamenten sind von Bedeutung. Weil einige Erkrankungen, die mit Blut im Stuhl einhergehen, vererbbar sind, ist die Krankheitsgeschichte der Angehörigen ebenso wichtig wie die eigene.
Sehr hilfreich ist es, wenn dem Arzt geschildert werden kann, ob das Blut dem Stuhl aufliegt oder ihm beigemengt ist. Auch macht sich eine Blutung im Verdauungstrakt nicht immer durch rotes Blut bemerkbar. Beim Kontakt mit Magensäure färbt das Blut den Stuhl schwarz (sogenannter Teerstuhl). Geringfügige Blutungen bleiben oft unbemerkt, können aber durch einen einfachen Test erfasst werden.
Bei Peter W. liess der Hinweis aufhorchen, dass Verwandte an Polypen leiden. Angehörige von Polypenträgern haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, ebenfalls solche zu entwickeln. Polypen sind Geschwülste der Darmschleimhaut, die im Verlauf der Jahre zu einem Darmkrebs entarten können. Um eine klare Diagnose zu stellen, ist eine Darmspiegelung unerlässlich.
Darmkrebs entwickelt sich meist langsam, weshalb er möglichst früh erkannt werden sollte: Neben der regelmässigen Selbstkontrolle auf Blut im Stuhl wird ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Stuhluntersuchung beim Hausarzt empfohlen. Ausserdem lässt sich das Krebsrisiko durch eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung vermindern: mehr Früchte und Gemüse, weniger rotes und geräuchertes Fleisch. Nikotinabstinenz und viel Bewegung unterstützen diese Vorsorgemassnahmen.
Jedes Jahr werden in der Schweiz 3500 neue Fälle von Darmkrebs entdeckt. Je früher dies geschieht, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, durch eine Operation eine vollständige Heilung zu erzielen.
Unter www.krebsliga.ch finden Sie weitere Informationen zu Dickdarmkrebs und anderen Krebserkrankungen.
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© Beobachter Ausgabe 7 vom 05. Apr 2002 - Alle Rechte vorbehalten




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