Hausapotheke
Ist alles in Ordnung?
Bei Unfällen und Beschwerden schnell Erste Hilfe ermöglichen - das wäre die Aufgabe einer Hausapotheke. Oft fehlt jedoch das Wichtigste, oder es herrscht ein heilloses Durcheinander. Dabei ist die richtige Ausrüstung des Apothekenschranks keine Zauberei.
Die meisten Unfälle passieren zu Hause. So überrascht es doch, dass der Notfallapotheke in den eigenen vier Wänden oft zu wenig Beachtung geschenkt wird: «Zwar gibt es in den meisten Schweizer Haushalten eine Apotheke, aber deren Pflege und die Wahl des richtigen Standorts werden oft vernachlässigt», sagt Roland Marti vom Schweizerischen Samariterbund.
Eine gut ausgerüstete Hausapotheke leistet nicht nur bei leichten Schmerzen, Wunden oder Verbrennungen Erste Hilfe: Wer auf bestimmte Lebensmittel oder auf Insektenstiche lebensbedrohlich allergisch reagiert, muss schnell auf ein wirksames Medikament zugreifen können. Abgelaufene oder lose herumliegende Arzneien ohne Beipackzettel machen solche Situationen eher noch gefährlicher.
Wichtig ist die Wahl des Standorts: Die Hausapotheke gehört fix an einen zentralen Platz und soll klar gekennzeichnet sein, damit sie im Notfall schnell gefunden ist. Ideal ist ein abschliessbares Schränkchen, dessen Schlüssel für Kinder unerreichbar daneben hängen soll. Der Raum für die Apotheke sollte trocken und kühl sein, Bad und Küche sind daher ungeeignet.
Hausapotheke
Was in den Apothekenschrank gehört - und was rausmuss
Medikamente: die Grundausstattung
- ein leichtes Schmerzmittel
- ein fiebersenkendes Mittel
- abschwellende Nasentropfen
- ein Antiallergikum
- Mittel gegen Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen
- eine Juckreiz mildernde Salbe bei Insektenstichen
- eine entzündungshemmende Salbe
- ein Entschäumer gegen Vergiftungen (für Kinder)
- individuelle Medikamente wie Asthmaspray oder ein Notfallset bei Insektenstichen. Sind Kinder im Haus, muss man regelmässig kontrollieren, ob ihre Medikamente noch altersgerecht sind.
Wichtig: Nicht mehr benötigte Medikamente, Chemie- oder Kosmetikartikel sowie Vorräte an Dauermedikamenten sind aus der Hausapotheke zu entfernen, sonst steigt die Verwechslungsgefahr. Bewahren Sie immer den Originalkarton und den Beipackzettel auf, andernfalls herrscht im Notfall Unsicherheit über die korrekte Dosierung.
Achten Sie auf das Verfallsdatum und ersetzen Sie abgelaufene Arzneien regelmässig. Altmedikamente sind in der Apotheke abzugeben. Medikamente wie Augentropfen oder Säfte halten sich nach dem Öffnen nur wenige Wochen.
Bringen Sie an der Innenseite der Apothekenschranktür eine Liste der gelagerten Medikamente mit Einsatzzweck inklusive Verfallsdatum an.
Zudem gehören in den Erste-Hilfe-Kasten eine Notiz mit den Notrufnummern (144, bei Vergiftungsnotfällen 145), den Telefonnummern von Haus- und Kinderarzt sowie ein Notdienstplan der Apotheken und eine Erste-Hilfe-Broschüre.
Verbandszeug, das zur Hand sein sollte
- verschieden grosse Pflaster
- sterile Kompressen, Mullbinden
- eine elastische Binde mit Verbandklammern
- eine Kleberolle
- ein Dreiecktuch
- Sicherheitsnadeln
- Kühlkompresse (im Gefrierschrank lagern)
- Desinfektionsmittel
Achtung: Auch Verbandsmaterial und Cremen haben ein Verfallsdatum.
Instrumente
- Fieberthermometer (möglichst ohne Quecksilber)
- Schere und Verbandschere
- Pinzette
- Latex-Einweghandschuhe
- Lupe
- Taschenlampe
Spitze Gegenstände wie Scheren und empfindliche Geräte wie Thermometer gehören sicher verstaut.
Wenn Sie sichergehen wollen, können Sie Ihre Hausapotheke auch in einer Apotheke kontrollieren lassen.
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© Beobachter Ausgabe 15 vom 23. Jul 2008 - Alle Rechte vorbehalten




