Heuschnupfen
Ein ganz schön verniester Frühling
- Text:
- Daniel Burkolter
- Bild:
- Dartmouth Electron Microscope Facility
- und Thinkstock Kollektion
- Ausgabe:
- 10/08
Gegen 40 Prozent der Kinder leiden unter Heuschnupfen. Der ist lästig und kann schwere Atemprobleme auslösen. Um Kinder vor den Pollen zu schützen, muss man nicht gleich Hausarrest verordnen.
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Nach dem langen Winter zieht es Kinder und Erwachsene wieder nach draussen. Wärme und Sonnenschein sind die besten Mittel, um die Laune zu heben. Leider gibt es dabei einen Spielverderber, der immer mehr Kindern zu schaffen macht: Heuschnupfen. Schon beim ersten Pollenkontakt beginnen die Nasen zu laufen, die Augen zu tränen - und man fühlt sich in die Grippesaison zurückversetzt.
Die Heuschnupfensaison erstreckt sich von März bis in den Herbst, da die einen Patienten auf die Pollen der Birke, andere auf Hasel- und wieder andere auf Graspollen allergisch reagieren. Bei Heuschnupfen und anderen Allergien kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems: Die Pollen treffen auf Augen und Nasenschleimhaut, die Schleimhaut entzündet sich, schwillt an und produziert übermässig Sekret.
Kinder senden deutliche Zeichen
Rund 40 Prozent der Kinder leiden an Heuschnupfen. Sie können ihre Symptome aber schlecht beschreiben. Reiben an der Nase, häufiges Schniefen, offener Mund zum Atmen und Niesen sind Zeichen, die Eltern hellhörig machen sollten. Denn Heuschnupfen darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Er kann bei Kindern zu Schlafproblemen führen und kann Asthma auslösen.
Eine Schutzmassnahme bestände darin, den Auslöser zu vermeiden. Doch ist es weder realistisch noch sinnvoll, Kinder im Frühling über Wochen nicht nach draussen zu lassen. Linderung bringen können hingegen sogenannte Antihistaminika. Diesen wird nachgesagt, dass sie müde machen. Das stimmt für die alten Substanzen, neuere Medikamente hingegen haben diese Nebenwirkung nur noch in höheren Dosierungen. Hier gilt es, das bestverträgliche Medikament zu finden. Direkt auf die Nasenschleimhaut gesprühtes Kortison ist sehr effektiv. Studien haben gezeigt, dass die gefürchteten Nebenwirkungen des Kortisons bei dieser Anwendungsweise kaum auftreten.
Eine dritte Variante ist die sogenannte Immuntherapie. Dabei wird dem Betroffenen der Allergieauslöser über Monate und Jahre hinweg gespritzt, wodurch sich der Körper an den Reiz gewöhnt. Diese Therapie wird dann in Betracht gezogen, wenn alle anderen Interventionen nicht erfolgreich waren.
Bei der Immuntherapie muss man jedoch abwägen, ob das regelmässige Spritzen unter ärztlicher Aufsicht für das Kind zumutbar ist oder nicht. Zudem besteht ein gewisses Risiko für eine schwere allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock), wenn der Allergieauslöser gespritzt wird.

Pollenkörner verschiedener Pflanzen
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© Beobachter Ausgabe 10 vom 14. Mai 2008 - Alle Rechte vorbehalten




