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Spitalkosten

Kurzliegen tut weh

Text:
  • Thomas Buomberger
Bild:
  • Archiv
Ausgabe:
9/07

Eine Übernachtung im Spital und stationäre Behandlung kann Kurzzeitpatienten leicht einige tausend Franken kosten.

Seit im Kanton Zürich vor einigen Jahren ein neues System für stationäre Spitaltarife eingeführt wurde, trauen vor allem Kurzzeitpatienten ihren Augen nicht mehr. Da kann eine einzige Übernachtung schon mal 7'000 Franken kosten (siehe Artikel zum Thema «Spitalrechnung: Einmal Nasenbluten kostet 7'000 Franken»). Oder eine simple Leistenoperation 6'600 Franken. Dies, weil für jede stationäre Behandlung eine Abteilungs-Teilpauschale verrechnet wird. Im Kanton Zürich beträgt sie 1'700 Franken - unabhängig von der Aufenthaltsdauer. Hinzu kommen zwei Spitaltage für Ein- und Austritt zu je knapp 200 Franken sowie weitere Behandlungs- oder Therapiekosten. Ist jemand privat versichert, steigt der Tagessatz auf 800 Franken, und für ausserkantonale Patienten wirds nochmals ein paar hundert Franken teurer.

Fast jeder Kanton hat sein eigenes Verrechnungssystem. Jürgen Schütt, Tarifspezialist beim Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK): «Ich bin jetzt seit bald vier Jahren hier, aber ich sehe schweizweit noch nicht überall durch.» Kein Wunder: Nicht nur die Teilpauschalen variieren stark, es gibt sogar Kantone wie Basel-Stadt und Luzern, die immer noch Tagespauschalen von mehreren hundert Franken verrechnen. Und dies, obwohl dieses System dazu führen kann, dass die Patienten länger als nötig im Spital behalten werden.

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Damit soll Schluss sein: Auf 2009 ist schweizweit die Einführung des Diagnose-basierten Systems (DRG) geplant, das für rund 900 Operationen und Therapien einen Fixbetrag festlegt. Das Spital Lachen SZ kennt DRG bereits. «Wenn jemand bei der gleichen Operation weniger lang im Spital bleibt, zahlt er gleich viel wie jemand, der vielleicht dreimal so lang dort ist», sagt Spitaldirektor Luca Stäger. So kostet eine allgemein versicherte Hüftgelenkoperation für alle Patienten 13'000 Franken, doch die einen müssen fünf Tage bleiben, andere aber 32.

Horrend können die Kosten sein, wenn etwa jemand auf einen Bienenstich allergisch reagiert. Stäger: «Gerade junge Menschen können oft nach einer Nacht wieder nach Hause. Dennoch kostet der Aufenthalt in der halbprivaten Abteilung 3'700 Franken.» Auch künftig werden Kurzzeitpatienten also über die Rechnung schockiert sein - «Langlieger» profitieren. Was der Methodenwechsel bringt? «Das DRG-System wird zwar die Kosten nicht senken», sagt Luca Stäger, «aber es verteilt die Ressourcen gerechter.»

© Beobachter Ausgabe 9 vom 25. Apr 2007 - Alle Rechte vorbehalten

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